Anders als der Name vermuten lässt, geht es im Restaurant Sanku-Maotsai, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof in Frankfurt entfernt, nicht um Maotai oder Moutai – eine Art Baijiu, ein traditioneller chinesischer Schnaps oder Likör. Der Name bezieht sich vielmehr auf ein beliebtes authentisches chinesisches Gericht namens Maocai (冒菜) aus der Provinz Sichuan, die für ihre würzige und aromatische Küche bekannt ist.
Restaurant Profile
- Name des Restaurants: Sanku-Maots’ai
- Adresse: Düsseldorfer Str. 13, 60329 Frankfurt am Main
- Stil: Chinesische Küche – Sichuan Maocai
- Preis: ca. 15 – 25 EUR pro Person (inkl. Getränke und Trinkgeld)
Alle Gewürze werden direkt aus Sichuan importiert und sorgen für ein authentisches Geschmackserlebnis. Achten sollte man auch auf die immer wieder stattfindenden Rabattaktionen und Gratisbeilagen (wie z.B. Hühnerfüße zum Probieren – vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ein außergewöhnliches Erlebnis😊).
Auch Vegetarier kommen im Sanku-Maotsai auf ihre Kosten, denn es gibt eine große Auswahl an Gemüse, Pilzen, Tofu und Nudeln etc.


Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Gericht? Beim Maocai werden verschiedene Zutaten wie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Tofu und Gemüse ähnlich wie beim berühmten Hotpot oder Malatang in einer würzigen Brühe gekocht oder trocken angebraten.
Drei Begriffe, drei Gerichte und die Verwirrung ist perfekt: Hot Pot, Malatang und Maocai. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Hier eine kurze Erklärung:
- Hotpot (einige gute Hotpot Restaurants in Frankfurt sind z.B. das Liuyishou oder Sen mit einer vietnamesischen Version) ist ein interaktives Erlebnis, bei dem frische, vorher ausgewählte Zutaten gemeinsam in einem großen Topf zubereitet werden – einer der absoluten Klassiker der chinesischen Küche.
- Malatang (wer mehr über Malatang erfahren möchte, findet hier ein Restaurant in Frankfurt) und Maocai unterscheiden sich vom Hot Pot vor allem dadurch, dass die Zutaten nicht gemeinsam am Tisch in einer Brühe gekocht werden, sondern bereits in der Küche zubereitet und dann fertig serviert werden.
- Beim Maocai gehen die Unterschiede aber noch etwas weiter, z.B. werden für die Brühen andere Gewürze und teilweise auch chinesische Heilkräuter verwendet und es gibt eine „trockene“ Variante.
Zu diesem Restaurant möchten wir vor allem das trockenen Maocai (香辣干拌) vorstellen, bei dem die Zutaten zunächst kurz blanchiert und dann in einer Pfanne zusammen mit erhitztem Öl, getrockneten Chilis, Sichuanpfefferkörnern, Knoblauch und Ingwer scharf angebraten werden. Sojasauce, Reiswein und etwas Zucker runden das Gericht ab.

Alles wird gut verrührt und kurz geköchelt, bis sich die Aromen voll entfaltet haben und die Zutaten perfekt gegart sind.


Trockenes Maocai wird heiß serviert und zeichnet sich durch seine ausgeprägte Schärfe und das charakteristische, leicht betäubende „Mala”-Gefühl auf der Zunge aus, das durch Chilischoten und Sichuanpfeffer hervorgerufen wird. Hinzu kommt ein tiefes, herzhaft-würziges Umami-Aroma, das durch Fleisch, Sojasauce und andere geschmacksverstärkende Zutaten entsteht.

Durch das Garen in der Brühe werden die Zutaten zart, saftig und aromatisch. Trockenes Maocai hingegen bewahrt die ursprüngliche Textur der Zutaten: Gemüse bleibt knackig und Fleisch oder Meeresfrüchte entwickeln eine festere, oft leicht karamellisierte Oberfläche. Die “trockene” Maocai zeichnet sich durch einen intensiveren und konzentrierteren Geschmack aus, da die Gewürze und Aromen direkt an den Zutaten haften und nicht durch die Brühe verdünnt werden. Es ist genau diese Kombination aus intensiven Aromen und vielfältigen Texturen, die die trockene Variante für mich wahrscheinlich noch besser macht als mit Brühe …
Geschmacklich vergleichbar ist es z.B. mit Ma La Xiang Guo (siehe unseren Ausflug ins China Haus in Frankfurt) oder Gan Guo, bei denen die Zutaten ebenfalls in einer würzigen Sauce ohne viel Flüssigkeit serviert werden.
Wer dennoch lieber zu den Suppen greift, findet hier eine Übersicht – folgende Brühen stehen zur Auswahl:
- Spicy Soup – klassisch Sichuan scharf (经典川味 – jīng diǎn chuān wèi)
- Tomato Soup, mild (浓香番茄 – nóng xiāng fān qié)
- Sour Soup mit Sauerkraut – scharf, aber etwas milder als die Spicy Soup (老坛酸菜 – Lǎo tán suān cài)
- Fresh Soup mit gekochten Pilzen, mild (鲜香三鲜 – xiān xiāng sān xiān)


Wenn ihr fleißige Leser unseres Blogs seid, wird euch der folgende Ablauf bereits bekannt vorkommen. Schnappt euch direkt am Eingang eine Schüssel sowie eine Zange und stürzt euch auf die Zutaten in der Station. Hier findet ihr alles, was das Maocai-Herz begehrt. Angefangen von verschiedenen Fleischsorten (zum Teil mariniert, Fleischröllchen und -bällchen etc.), Meeresfrüchten und Fisch über diverse Gemüsesorten (Brokkoli, Karotten, Kohl, Pakchoi etc.), Pilze und Tofu bis hin zu verschiedenen herzhaften Nudelsorten. Gebt alles, was euch schmeckt, in die Schüssel und wählt dann die Zubereitungsart – wir empfehlen trockenes Maocai. Alternativ stehen euch die bereits genannten Brühen zur Auswahl. Für einen kleinen Aufpreis von 2 Euro könnt ihr auch eine „Reis-Flatrate” bestellen.



Nach der Bestellung erhaltet ihr einen Pager. In der Zwischenzeit, während euer Maocai zubereitet wird, könnt ihr euch am Soßenbuffet bereits eure Dipsauce zusammenstellen – wie ihr das am besten macht, haben wir bereits in anderen Beiträgen erklärt (schaut euch dazu z.B. das Liuyishou in Frankfurt oder das Haidilao in Wuhan an). Die Basis bilden goldbraune Erdnuss- und Sesamsaucen. Dazu gehören unserer Meinung nach Knoblauch, Koriander, Frühlingszwiebeln und ein wenig Chili (da das Maocai schon scharf ist, kann man darauf auch ganz verzichten). Ansonsten könnt ihr nach Herzenslust experimentieren.


Nachdem ihr nun hoffentlich einen guten Eindruck von den leckeren Gerichten bekommen habt, wünschen wir euch viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit im Sanku-Maotsai!

