Heute nehmen wir euch mit ins Mikuni, ein japanisches Restaurant, das uns mit seiner authentischen Atmosphäre und dem wirklich guten Essen begeistert hat. Schon beim Betreten fällt ein besonderes Detail ins Auge: eine ausgewiesene „No-Handy-Zone“. Diese Regel erinnert an die japanische Kultur der Ruhe und Achtsamkeit in Gemeinschaftsräumen – ähnlich wie in U-Bahnen oder Krankenhäusern in Japan. Hier geht es darum, das Essen und die Gesellschaft bewusst zu genießen – ohne Ablenkung.
Restaurantprofil
🏷️ Name des Restaurants: Mikuni (Speisekarte hier)
📍 Adresse: Fahrgasse 91, 60311 Frankfurt am Main
🍜 Küche: Japanisch – Sashimi, Sushi-Rollen, Nigiri, Gegrilltes, Gebratenes, Nudelgerichte, Suppen, Reisgerichte, Vegetarisch
💰 Preis: ca. 20 – 45 EUR pro Person (inkl. Getränke und Trinkgeld)
Herzstück des Restaurants sind die Sushimeister, auch Itamae genannt (japanisch für „vor dem Brett“, also die Person, die Sushi zubereitet). Direkt an der Theke bereiten sie mit höchster Präzision und Hingabe frisches Sushi zu. Wer hier Platz nimmt, kann hautnah miterleben, wie aus frischem Fisch und Meeresfrüchten kleine Kunstwerke entstehen. Zur authentischen Atmosphäre trägt auch der Service bei – aufmerksam, herzlich und immer mit einem Lächeln.


Ein besonderer Blickfang ist der kleine Tatami-Bereich in der Mitte des Restaurants, der traditionelle japanische Esskultur vermittelt. Früher war es in Japan üblich, auf den Knien zu essen. Moderne Restaurants haben sich jedoch angepasst und bieten abgesenkte Sitzbereiche an, so dass die Gäste bequem mit ausgestreckten Beinen am Tisch sitzen können. Hier dient der Bereich zwar eher der Dekoration, schafft aber dennoch eine typisch japanische Atmosphäre.

Mikuni ist vor allem für seine exzellenten Sushi und Sashimi bekannt, aber auch die Vorspeisen können sich sehen lassen – allen voran eine besondere Delikatesse: Ika Natto (イカ納豆), eine Kombination aus fermentierten Sojabohnen und rohem Tintenfisch.

Charakteristisch für Natto ist seine klebrige Konsistenz – hebt man die Bohnen etwa mit den Essstäbchen an, ziehen sich lange, zähe Fäden heraus. Verantwortlich dafür sind Polysaccharide, die bei der Fermentation durch das Bakterium Bacillus subtilis entstehen. Geschmacklich bietet Natto erdige, leicht rauchige und nussige Noten – ein Aroma, das nicht jedem sofort zusagt.

Hier trifft das kräftige, herzhafte Natto auf zarte Stücke rohen Tintenfischs, der mit seinem milden, leicht salzigen Aroma einen harmonischen Kontrast bildet. Fein gehackte Zwiebeln sorgen mit ihrer dezenten Schärfe und ihrem angenehmen Biss für den letzten Schliff.

Hinzu kommt der leuchtend gelbe japanische Karashi-Senf. Anders als europäischer Senf ist er schärfer, klarer im Geschmack und kommt ganz ohne die typische Essignote aus. Seine würzige Schärfe harmoniert perfekt mit dem erdigen Natto und dem frischen Tintenfisch – und gibt dem Gericht noch mehr Tiefe.
Vor dem Verzehr sollte man das Natto unbedingt kräftig umrühren – so wird die Konsistenz schön cremig und alle Zutaten vermischen sich gleichmäßig.
In Japan gilt Natto als echtes „Superfood“ – nicht nur wegen seines einzigartigen Geschmacks, sondern auch wegen seiner gesundheitlichen Vorteile. Es ist reich an Proteinen, Ballaststoffen und Probiotika, die die Darmgesundheit fördern und die Verdauung unterstützen. Darüber hinaus ist es eine hervorragende Quelle für Vitamin K2, das eine wichtige Rolle für starke Knochen und ein gesundes Herz-Kreislauf-System spielt. In der japanischen Kultur gehört Natto oft zum Frühstück – serviert mit Reis oder einfachen Beilagen – und sorgt für einen nährstoffreichen und sättigenden Start in den Tag.
Wer ein echtes Stück Japan erleben möchte und offen ist für kräftige, außergewöhnliche Aromen, sollte Natto unbedingt probieren!
Tempura – knusprig frittierte Meeresfrüchte oder Gemüse in einem luftig leichten Teigmantel – sind ein echter Klassiker der japanischen Küche. Ursprünglich wurden sie im 16. Jahrhundert von portugiesischen Missionaren nach Japan mitgebracht. Inzwischen haben sie sich längst zu einem der beliebtesten Gerichte des Landes entwickelt. Bei Mikura gibt es Tempura mit frischen Zutaten wie Auberginen, Paprika, Zucchini oder Garnelen.

Ein weiteres traditionelles Lieblingsgericht der Japaner ist Soba. Die dünnen Buchweizennudeln haben eine bissfeste Konsistenz und einen leicht nussigen, erdigen Geschmack. Sie sind kalorienarm, aber reich an Ballaststoffen, Proteinen und essentiellen Aminosäuren – kein Wunder, dass sie für ihre gesundheitlichen Vorteile geschätzt werden. Traditionell werden Soba entweder kalt mit einer würzigen Dipsauce oder warm in einer wohltuenden Suppe serviert. Bei Mikuni kann man beide Varianten genießen.

Die Kombination dieser beiden kulinarischen Klassiker ergibt Tempura Soba (天妇罗蕎麦). Bei Mikura wird eine Schale mit warmer, kräftiger Brühe serviert, dazu Soba-Nudeln und eine Auswahl an Tempura: zarte, süße Garnelen, fast buttrig weiche Auberginen, saftige Paprika, Kartoffeln, Karotten und Zucchini – alles in einer goldbraunen, knusprigen Panade.
Die umamireiche, leicht süßliche Brühe wird aus Dashi (japanischer Fond aus Kombu-Algen und Bonito-Flocken), Sojasauce und Mirin zubereitet. Diese leichte, aber aromatische Suppe harmoniert perfekt mit den nussigen Soba-Nudeln. Frühlingszwiebeln sorgen für eine frische, leicht scharfe Note, während die Tempura durch das langsame Auflösen der knusprigen Teigreste (tenkasu) der Suppe ein zusätzliches Aroma verleiht.

Das Sushi im Mikuni ist etwas ganz Besonderes und wird in verschiedenen Kombinationen angeboten – je nach Auswahl kostet ein Set zwischen 20 und 40 Euro. Unsere Empfehlung: 特上寿司 – Bestes Sushi (ein Set mit 10 Nigiri in verschiedenen Sorten und 6 Maki einer Sorte), da es viele unserer Lieblingssushis enthält.

Die Nigiri im Mikuni sind perfekt aufeinander abgestimmt – Fisch und Reis stehen in einem idealen Verhältnis zueinander. Der Fisch ist unglaublich frisch und in großzügige, diagonale Scheiben geschnitten, die ein angenehmes Mundgefühl bieten. Direkt unter dem Fisch sorgt eine dünne Schicht frisch geriebener Wasabi für eine milde, klare Schärfe.
Der Reis ist dezent gewürzt, leicht säuerlich und etwas süßlich. Er ist kompakt, so dass er nicht dominiert, sondern als perfekte Basis dient – und den natürlichen Geschmack des Fisches optimal zur Geltung bringt – genau so, wie es sein soll!
Die Auswahl:
Maguro (Thunfisch): Tiefrot, fest im Biss, mit reinem, intensivem Meeresgeschmack und leicht mineralischer Note.

Chutoro (Thunfisch mit mittlerem Fettgehalt): Zart und buttrig, schmilzt förmlich auf der Zunge und hinterlässt einen milden, vollen Geschmack.

Ohtoro (Thunfisch mit hohem Fettgehalt): Besonders verführerisch, weich wie ein Kissen, mit schmelzendem Fett und intensivem, frischem Umami.
Tai (Dorade): Mild-süß mit feinem Meeresaroma – ein raffiniertes Sushi.

Hirame (Flunder): Etwas zäh, aber mit einem klaren, süßlichen Geschmack, der sich im Mund sanft entfaltet.
Shake (Lachs): Mit Zitronensaft und Meersalz gewürzter Lachsbauch – buttrig, herzhaft, mit angenehmer Säure und samtiger Textur.

Unagi (Aal): leicht flambiert mit Teriyaki-Sauce, zart, saftig, rauchig und reich an Umami mit einer feinen Süße.

Ebi (Garnelen): Leicht gegart, mild im Geschmack, süß und prall.

Katsuo (Bonito): Etwas fester, mit mildem Meeresgeschmack und leicht metallischem Nachgeschmack.

Ikura (Lachskaviar): Prickelt im Mund – von salzig über herzhaft bis saftig – ein spannender Kontrast zu den anderen Nigiri.

Die Negitoro Maki bestehen aus zerkleinertem Thunfisch (Negitoro), der mit Frühlingszwiebeln vermischt wird. Die Füllung ist schön zart, fast cremig, und das Fett des Thunfischs sorgt für ein luxuriöses Mundgefühl, das durch die frische Schärfe der Frühlingszwiebeln perfekt ausbalanciert wird.
Der Wasabi von Mikuni hat es wirklich in sich – ein bisschen zu viel, und schon kommen einem die Tränen! Aber genau diese Schärfe bringt die Aromen des Fisches erst richtig zur Geltung. Damit alles perfekt harmoniert, mische den Wasabi sorgfältig mit der Sojasauce, tauche das Nigiri mit der Fischseite nach unten ein, damit der Reis nicht zu viel Sauce aufsaugt, und berühre den Fisch zuerst mit der Zunge. Spürst du, wie zart und seidig der Fisch ist?

Gari, eingelegter Ingwer, reinigt den Gaumen, so dass man jedes Stück Sushi in seiner ganzen Intensität schmecken kann. Eine heiße Tasse Tee, eine wärmende Miso-Suppe und zwei erfrischende Gemüsebeilagen runden die Sushi-Platte ab.

Chirashi – eine Schale Sushi-Reis, belegt mit rohem Fisch und Meeresfrüchten – ist in Japan ein absoluter Klassiker. Der Name „Chirashi“ bedeutet frei übersetzt „kunstvoll arrangiert“, was perfekt zur kunstvollen Anordnung der frischen Zutaten auf dem Reis passt. Im Mikuni gibt es die Box mit Wasabi, Gari (eingelegtem Ingwer) und Kani (Surimi-Krabbenstäbchen). Der Preis liegt je nach gewählter Fischsorte zwischen 20 und 42 Euro.
Besonders beliebt ist das „Das Beste Sortiment“ – auf Japanisch „Tokujo Chirashi“ (特上ちらし). Viele Sushi-Fans in Frankfurt kommen extra wegen dieses Gerichts ins Mikuni. Es enthält eine Vielzahl delikater Zutaten, dazu gehören Tamago, ein luftig leichtes Omelett mit angenehmer Süße. Kani, zarte Garnelen-Sticks, verströmen einen feinen, leicht süßlichen Meeresgeschmack. Katsuo (Bonito) zeichnet sich durch eine feste Konsistenz und einen feinen, rauchig-salzigen Geschmack aus. Suzuki (Wolfsbarsch) hat einen klaren, milden Geschmack mit einer leichten Süße. Der Tai (Dorade) bietet mit seinen feinen und edlen Meeresaromen ein besonders raffiniertes Geschmackserlebnis.

Es folgen der buttrige Chutoro (Thunfisch mit mittlerem Fettgehalt), der zart-cremige Ohtoro (Thunfisch mit hohem Fettgehalt) und der seidig-weiche Shake (Lachs). Dazu kommen Ebi (Garnelen) und die salzigen, etwas zähen und leicht süßlichen Hokki (Muscheln), Ikura (Lachsrogen) und cremige Hotate (Jakobsmuscheln).



Der Sushi-Reis ist perfekt gewürzt – leicht mit Reisessig, Zucker und Salz, so dass er schön süß und leicht säuerlich schmeckt. Gemischt mit Tobiko (Fliegenfischrogen) und fein gehacktem Kani erhält der Reis eine frische, umamiartige Note und einen zarten, süßlich-salzigen Meeresgeschmack. Toppings aus Nori und gehacktem Tamago bringen den nötigen Crunch und eine süßlich-cremige Note, die die Meeresaromen perfekt ergänzt.

Das farbenfrohe Fisch-Medley ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern auch richtig lecker. Chirashi verkörpert auf wunderbare Weise den Geist der japanischen Küche: einfach und raffiniert, frisch und einladend.

Mikuni ist zweifellos eines der besten Sushi-Restaurants der Stadt. Aber es ist nicht nur ein Paradies für Sushi-Liebhaber, sondern hat noch viel mehr zu bieten. Neben köstlichem Sushi gibt es auch leckere Tapas, saftigen Grillfisch, Reisgerichte, Suppen, Nudeln und Grillspieße. Es gibt auch einen Mittagstisch mit einer kleineren Auswahl an Gerichten. Auf jeden Fall solltest du vorher reservieren – egal ob zum Mittag- oder Abendessen. Sonst kann es passieren, dass man keinen Platz mehr bekommt oder nur wenig Zeit zum Essen hat. Aber eines ist sicher: Ein Besuch im Mikuni lohnt sich auf jeden Fall!