Unser Besuch in Luxemburg-Stadt steht unter einem guten Stern – obwohl Anfang Dezember als die regnerischste Zeit des Jahres gilt, zeigt sich das Wetter heute von seiner besten Seite. Die Stadt empfängt uns mit sanftem Sonnenschein, der sich seinen Weg durch den feinen Nieselregen bahnt. Die Sonnenstrahlen brechen sich in den Tropfen, ein goldener Schimmer legt sich über die Fassaden und taucht die Stadt in eine fast märchenhafte Atmosphäre.

Die Silhouette der Stadt leuchtet in warmem Gelb, einige Gebäude ragen mit spitzen Dächern in den Himmel. Die charakteristische goldene Färbung verdankt die Stadt dem heimischen Sandstein, der im Sonnenlicht sanft schimmert und Luxemburg eine einzigartige, fast mystische Aura verleiht.

Viele der historischen Gebäude, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert entstanden, vereinen die Wehrhaftigkeit mittelalterlicher Burgen mit der Eleganz der Renaissance, dem Prunk des Barock und der Klarheit des Klassizismus. Ihre Fassaden zeugen von Pracht und Wehrhaftigkeit – während die gotischen Türme wie stille Wächter über der Stadt thronen.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieses Zusammenspiel in der majestätischen Kathedrale Notre-Dame und dem prächtigen Großherzoglichen Palast.
Der Großherzoglichen Palast wurde im 16. Jahrhundert während der Renaissance ursprünglich als Rathaus erbaut, bevor er zur Residenz des Großherzogs wurde. Seine kunstvoll verzierten Fassaden wirken an sich schon elegant, doch besonders in der Weihnachtszeit erstrahlt das Gebäude in festlichen Farben. Obwohl der Palast noch immer als offizielle Residenz dient, sind einige Bereiche für Besucher zugänglich (weitere Informationen hier).

Die Kathedrale Unserer Lieben Frau von Luxemburg, offiziell Cathédrale Notre-Dame de Luxembourg, vereint auf eindrucksvolle Weise gotische und Renaissance-Elemente und zählt zu den bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt.


Schon von außen faszinieren die spitzen, eleganten Türme, die majestätisch in den Himmel ragen.

Im Inneren tauchen kunstvolle Glasfenster das Kirchenschiff in ein faszinierendes Farbenspiel. Darüber hinaus gibt es eine beeindruckende Sammlung historischer Kunstwerke und Reliquien zu entdecken – darunter eine imposante Orgel und prunkvolle Altäre. Die Kathedrale ist nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch Schauplatz bedeutender staatlicher Zeremonien und die letzte Ruhestätte mehrerer Mitglieder der großherzoglichen Familie.

Während wir durch die Gassen Luxemburgs schlendern, stoßen wir auf zahlreiche orientalisch anmutende Laternen, die der Stadt ein bezauberndes, fernöstliches Flair verleihen.

Einer der bekanntesten Plätze der Stadt, der Place Guillaume II, wird von einem imposanten Reiterstandbild aus Bronze dominiert – es zeigt Wilhelm II, König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg im 19. Jahrhundert, der vor allem durch die Verabschiedung der ersten Verfassung Luxemburgs in Erinnerung geblieben ist, einem entscheidenden Schritt in der Entwicklung des Landes zu einer konstitutionellen Monarchie.

Das Herz Luxemburgs schlägt im Tal der Alzette, einer idyllischen Oase, in der sich Natur und Geschichte harmonisch verbinden. Trotz seiner Lage im Zentrum einer pulsierenden Stadt herrscht hier eine bemerkenswerte Ruhe. Das Tal bietet ein malerisches Panorama mit jahrhundertealten Brücken, üppigem Grün, schroffen Felsen und verschlungenen Gassen und Wegen, die sich durch die Landschaft schlängeln. Man wähnt sich eher in einem weitläufigen Park als in einem der geschäftigsten Finanzzentren Europas.

Von den Höhen des Chemin de la Corniche, der oft als „schönster Balkon Europas“ bezeichnet wird, hat man einen fantastischen Blick auf das Tal. Wie flüssiges Silber schimmert die Alzette, elegant gesäumt von mittelalterlichen Steinbrücken.


Die Türme der gotischen Kirchen ragen in den klaren Herbsthimmel, und die gepflasterten Wege entlang des Flusstals erzählen von den Geschichten, die in den verwitterten Steinen verborgen sind.


Die Passerelle, auch „Alte Brücke“ genannt, ist ein imposanter Viadukt mit mehreren Bögen, der das Tal überspannt und sich eindrucksvoll in die Landschaft einfügt.

Bei einer Erkundungstour durch die Region sollte man sich auf keinen Fall die Casemates du Bock entgehen lassen – ein von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärtes Höhlenlabyrinth. Einst Teil der Stadtbefestigung, bieten sie heute einen faszinierenden Einblick in die militärische Vergangenheit Luxemburgs. Es empfiehlt sich, früh dort zu sein, da die Höhlen vor allem in der Nebensaison manchmal ohne Vorankündigung vorzeitig geschlossen werden.
Nach dem Besuch des „Balkons“ führt der Weg hinunter ins Tal zum historischen Stadtteil Grund, einer malerischen Flussstadt am Talgrund. Dieser Stadtteil ist eine wahre Oase der Ruhe mit weitgehend autofreien Straßen und idyllischen Gassen, die zu einem gemütlichen Spaziergang einladen.


Als wir das Tal erreichen, setzt leichter Nieselregen ein, und wir setzen unseren Weg fort, begleitet vom leisen Plätschern der Alzette.

Die Architektur Luxemburgs erinnert an mittelalterliche deutsche Städte, vor allem die Fachwerkhäuser. Sie spiegeln die kulturelle Mischung wider, die die Stadt seit Jahrhunderten prägt, schließlich war Luxemburg einst Teil des Heiligen Römischen Reiches und stand später unter deutschem Einfluss.


Die Grand Rue in Luxemburg ist die Einkaufsmeile der Stadt, gesäumt von eleganten Geschäften, Boutiquen, Kunsthandwerksläden und trendigen Cafés. Sie ist ein lebendiger Hotspot für Kunstliebhaber und Shoppingbegeisterte. Immer wieder bereichern faszinierende Kunstinstallationen die Straße und verleihen ihr eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne.


In der Weihnachtszeit erstrahlt das Viertel in festlichem Glanz: Der Duft von Glühwein liegt in der Luft und die Buden des Weihnachtsmarktes verleihen den Straßen einen besonderen Charme. Die Atmosphäre ist so gemütlich und einladend, wie wir es bisher nur von den bekannten deutschen Weihnachtsmärkten kannten.



Weitere Tipps für deinen Besuch:
- Wie lange bleiben?: Luxemburg-Stadt ist kompakt und lässt sich in ein bis zwei Tagen erkunden. Ein Tag reicht aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum zu besichtigen. Wer sich mehr Zeit nehmen oder auch die Umgebung entdecken möchte, sollte einen zweiten Tag einplanen.
- Wo übernachten?: Hotels im Stadtzentrum (€150-€250 pro Nacht) haben den Vorteil, dass die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar sind. Günstigere Unterkünfte gibt es am Stadtrand (€70-€200 pro Nacht), von wo aus man mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum fahren kann. Da Luxemburg eine kleine Stadt ist, dauert die Fahrt in der Regel nur 10-20 Minuten – zu Stoßzeiten kann es jedoch zu Staus und Verspätungen kommen.
- Unterwegs in der Stadt: Der öffentliche Nahverkehr in Luxemburg ist kostenlos – Busse, Straßenbahnen und Züge können von Einheimischen und Touristen gleichermaßen genutzt werden. Viele Sehenswürdigkeiten liegen nahe beieinander und sind bequem zu Fuß zu erreichen. Eine flexible und günstige Alternative sind Leihfahrräder wie das Vel’OH!
Die enge Verbindung zu den Nachbarländern zeigt sich auch in der vielfältigen Küche Luxemburgs, die deutsche und französische Einflüsse vereint. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die Brasserie du Cercle, ein Restaurant, das authentische luxemburgische Spezialitäten serviert.
Das multikulturelle Flair ist allgegenwärtig: Die Speisekarte ist auf Deutsch, Französisch und Englisch, das Personal wechselt mühelos zwischen Luxemburgisch, Französisch, Deutsch, Englisch und sogar Italienisch. Auch die Speisen selbst spiegeln diese kulturelle Vielfalt wider: Französische Klassiker wie Escargots (Schnecken) und Tarte flambée stehen gleichberechtigt neben knusprigen Reibekuchen, die wir vor allem aus deutschen Weihnachtsmärkten kennen.
Als Vorspeise haben wir uns für Escargots – Burgunderschnecken in einer köstlichen Buttersauce mit Petersilie und Knoblauch – entschieden. Diese französische Delikatesse wird traditionell in einer speziellen Keramikform mit sechs Vertiefungen serviert, in denen die Schnecken fest eingebettet sind und in der aromatischen Buttersauce schwimmen.

Die Schnecken selbst sind zart, leicht bissfest und bestechen durch ihr mildes, erdiges Aroma. Verfeinert mit einer reichhaltigen Sauce aus Butter, Knoblauch, Petersilie, mildem Olivenöl und einem Schuss Weißwein entsteht ein vollmundiger, aromatischer Geschmack, der dennoch angenehm leicht ist.
Die saftigen Schnecken nehmen die Aromen von Knoblauch und Petersilie wunderbar auf und entfalten ein herzhaftes Aroma mit einer frischen Kräuternote. Dazu wird knuspriges Brot gereicht – ideal zum Dippen in die köstliche Sauce.
Als Hauptgericht folgen wir der Empfehlung der Kellnerin und entscheiden uns für Luxemburgischen Reibekuchen mit Räucherlachs, Meerrettichcreme, roten Zwiebeln und Salten.
Diese knusprig gebackenen Kartoffelpuffer sind außen goldbraun und herrlich kross, mit einer leicht dunklen Kruste, die für zusätzlichen Crunch und eine feine Rauchnote sorgt. Innen sind sie herrlich weich und saftig.

Dazu gibt es zarten Räucherlachs, der mit seinem feinen, herzhaften Aroma perfekt mit den knusprigen Kartoffelpuffern harmoniert. Eine Meerrettichcreme gibt dem Gericht den letzten Schliff: Leicht pikant, angenehm würzig und zugleich cremig, sorgt sie für eine erfrischende Note, die perfekt mit dem Lachs harmoniert.
Frischer Salat, salzig-säuerliche Kapern und eine Zitronenscheibe runden das Ganze ab. Das Ergebnis: ein aufregendes Zusammenspiel von knusprig, rauchig, würzig, cremig und erfrischend.
Weiter geht es mit einem traditionellen Luxemburger Gericht: „Judd mat Gaardebounen“ – geräucherter Schweinenacken mit Saubohnen und Speckkartoffeln.

Der Schweinenacken ist zart und saftig mit einem intensiven Rauchgeschmack, der perfekt zu den cremigen, erdigen Saubohnen passt. Diese werden in einer samtigen, leicht säuerlichen Senfsauce gegart, was den Bohnen eine zartschmelzende Textur verleiht, die hervorragend mit dem geräucherten Schweinefleisch harmoniert.
Abgerundet wird das Gericht durch knusprig gebratene Kartoffeln, die mit herzhaftem Speck verfeinert sind. Die Kartoffeln sind außen schön kross, während der Speck für einen umamireichen Crunch sorgt. Ein Hauch von Petersilie setzt frische Akzente, und saftigen Cherrytomaten bringen eine süße, erfrischende Komponente ins Spiel.
Und wie’s sich gehört, darf ein Klecks Senf nicht fehlen. Der Luxemburger Senf ist würzig, leicht süßlich und hat eine dezente Schärfe, die das deftige Schweinefleisch und die cremigen Bohnen perfekt ausbalanciert. Judd mat Gaardebounen ist ein echtes Beispiel für die bodenständige, gutbürgerliche Küche Luxemburgs.
Als Dessert haben wir uns für eine Himbeertarte mit Zartbitterschokolade entschieden. Die Tarte wird gekühlt serviert und mit einer dünnen Schicht samtiger Ganache aus Zartbitterschokolade überzogen. Die Schokolade hat eine tiefe, leicht bittere Note, die perfekt mit den säuerlichen Himbeeren harmoniert.

Der Kuchenboden ist buttrig und schmeckt leicht nach Ei, was dem Dessert eine zarte, aber stabile Basis verleiht. Ein Klecks cremiger Schlagsahne rundet das Dessert mit einer leichten Süße harmonisch ab und verleiht der Tarte das gewisse Etwas.
Nachdem wir die köstliche und abwechslungsreiche Küche und den multikulturellen Charme Luxemburgs in vollen Zügen genossen haben, freuen wir uns schon auf unsere nächste Reise. Unser Ziel wird die Burg Vianden sein – eine mittelalterliche Festung in der gleichnamigen Stadt Vianden. Bleibt dran, es gibt noch viel zu entdecken!