Das Rangoon ist so gut, dass wir es am liebsten sofort allen erzählen möchten. In einer ruhigen Seitenstraße im Frankfurter Nordend versteckt, serviert dieses neue burmesische Restaurant echte, unverfälschte Küche, die mit spürbarem Herzblut und beeindruckendem handwerklichem Können zubereitet wird. Und die Preise? Für Frankfurt erstaunlich fair.
Ich schreibe das mit der aufrichtigen Hoffnung, dass dieses Restaurant bestehen bleibt und seinen Platz findet. Sollte er verschwinden, wäre das ein echter Verlust. 😭💔
Restaurantprofil
🏷️ Name des Restaurants: Rangoon Sushi & Burmese cuisine
📍 Adresse: Martin-Luther-Straße 17, 60316 Frankfurt am Main
🍜 Küche: Burmesisch – Suppen, Nudelgerichte, Reisgerichte, Salate, Sushi usw.
💰 Preis: ca. 15 – 25 EUR pro Person (inkl. Getränke und Trinkgeld)
Viele wissen nur wenig über die Küche Myanmars, was kaum verwundert, denn das Land existiert in seiner heutigen Form erst seit rund 130 Jahren. Doch seine kulinarische Tradition erzählt eine uralte, faszinierende Geschichte vom Knotenpunkt Asiens: Indische Gewürze treffen auf die frischen Kräuter Thailands, dazu gesellen sich die kräftigen, klaren Brühen Chinas. Die burmesische Küche nimmt kein Blatt vor den Mund: Sie ist reichhaltig, frisch, scharf, herzhaft, säuerlich und duftend zugleich und wird von Kurkuma, Fischsauce und einer beeindruckenden Vielfalt an Gewürzen geprägt.
Klassiker wie das landestypische Frühstück Mohinga, der Teeblattsalat Laphet Thoke oder die Kokos-Hühnersuppe Ohn No Khao Swe sind dabei nur der Anfang. Also: Los geht’s!
🍺🥤Getränke
Kyauk Kyaw Phyaw Yay (ကျောက်ကျော်ဖျော်ရည်) – ein burmesisches Gelee- und Chia-Getränk.

In diesem leicht süßen, säuerlichen und sehr erfrischenden Getränk schwimmen schwarze Geleewürfel aus Meeresalgen, die gleichzeitig fest im Biss sind und auf der Zunge zergehen. Sie haben eine milde, neutrale Süße. Dazu gibt es Basilikum, Chiasamen, Zitronenscheiben und Minze. Ein Getränk wie ein kurzer Sommermoment: kühl, verspielt und unkompliziert.
Kirin Bier
Ein japanisches Vollmalzbier, rund, weich und angenehm malzig. Es ist weder schwer noch bitter, sondern einfach ein gutmütiger Begleiter zu würzigen Gerichten.

🥗🥢Starters:
Pal Pyar Asar Toot (ပဲပြားအစာတုတ်) – Burmesischer gefüllter Tofu

Sechs kleine, außen leicht knusprige gefüllt Tofutaschen, die eine aromatische Brühe enthalten, die beim Reinbeißen herausläuft.
Das Gericht erinnert an südasiatisches Streetfood: würzig, leicht säuerlich, herzhaft und mit einer rauchigen Note.
Obenauf gibt es knusprigen Knoblauch und frische Chili. Ein kleines, saftiges Kraftpaket.

Wat Khoung Thoke (ဝက်ခေါင်းသုတ်) – Schweinskopfsalat

Ja, richtig gelesen – klingt vll. ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

Das Fleisch vom Schweinskopf ist zart gegart, das Fett schmilzt, die Haut wird gelatineartig und das Ohr liefert einen knorpeligen Biss.
Mit Sesampaste, geröstetem Kichererbsenmehl, Kaffirlimettenblättern und einer roten Chilisauce entsteht ein nussig-cremiger, kräuterfrischer und leicht süßer Geschmack.
Frische Kräuter, Gurken und Kohl bringen Frische und Leichtigkeit und balancieren das Gericht perfekt aus.
Dazu gibt es rohe Knoblauchzehen und Chili als Beilage – kräftig und aromatisch, typisch burmesisch.

Ame Auu Pyote (အမဲအူပြုတ်) – Suppe mit Innereien mit Zitronengras und Kaffirlimette

Eine klare, würzige und leicht säuerliche Brühe, durchzogen von Zitronengras und Kaffirlimette.



Die Innereien sind zart, fast cremig, mild und leicht süßlich. Serviert mit einem rauchig-scharfen Tamarinden-Chili-Dip ist dies ein intensives, aromatisches Erlebnis der burmesischen Küche.
🍜🍗 Hauptgerichte
Mohinga (မုန့်ဟင်းခါး) – Nationalgericht Myanmars


Dieser Klassiker besteht aus dicken Reisnudeln in einer dunklen Fischbrühe, die mit Kichererbsenmehl gebunden und mit Zitronengras sowie Stücken vom Bananenstamm gekocht wird.
Die Suppe ist nicht zu salzig, sondern tief, rund und wohltuend. Die Konsistenz erinnert an einen herzhaften, sämigen Porridge: weich, warm und beruhigend.
Obenauf kommen ein hart gekochtes Ei, knusprige Kichererbsen-Chips, frische Zwiebeln und nach Belieben Koriander.
Jede Portion kombiniert weiche und knusprige Elemente – leicht, aber trotzdem richtig herzhaft.

Kyay Oh (ကြေးအိုး) – Hühnersuppe mit Glasnudeln und Fleischbällchen

Während Mohinga zu den kräftigeren Gerichten der burmesischen Küche gehört, ist Kyay Oh eher mild und klar im Geschmack. Die milchig-klare Brühe ist leicht, reich an Umami und klar im Geschmack.



Dazu gibt es dünne Glasnudeln, weiche, hausgemachte Fleischbällchen und frische, aromatische Fischbällchen, die eine leichte Süße mitbringen.
Die Suppe ist leicht pfeffrig und kommt ganz ohne künstliche Geschmacksverstärker aus.
Dazu gibt es einen würzig-säuerlichen Dip, der die Suppe noch einmal intensiviert und für eine frische, scharfe Note sorgt.

Ohn No Khao Swe (အုန်းနို့ခေါက်ဆွဲ) – Hühner-Curry in cremiger Kokossoße mit Nudeln


Vielleicht das beste Curry, das wir in Frankfurt bisher gegessen haben.
Das Curry ist kräftig, mild und sättigend, aber nicht schwer.
Eine cremige, samtige Kokossoße, angereichert mit Kondensmilch und Kichererbsenmehl, umhüllt die Nudeln wie eine warme Decke.
Die feine Süße der Kokosmilch kommt immer wieder kurz hervor, ohne dominant zu sein.
Das marinierte Hähnchenfleisch ist sehr umami, und knusprig frittierte Reischips und Maiskörner sorgen für Textur.
Ein Spritzer Zitrone und etwas frische Zwiebeln runden das Gericht ab.

Neben den burmesischen Klassikern gibt es frisch zubereitetes Sushi sowie asiatische Wok– und Reisgerichte.
Myanmar besteht aus über 100 ethnischen Gruppierungen – eine kulinarische Mischung, die sich nur schwer in Schubladen stecken lässt. Die Aromen wirken auf Neulinge vielleicht zunächst zu intensiv, entfalten dann aber eine besondere Anziehungskraft. Sie sind fremd und aufregend und werden erstaunlich schnell vertraut.
Das Rangoon ist das erste burmesische Restaurant in Frankfurt. Es ist ein Familienbetrieb, in dem der Onkel kocht und der Rest der Familie im Service mithilft.
Die Gerichte sind unkompliziert, bodenständig und mit viel Herz zubereitet – Essen, das satt macht und ein gutes Gefühl hinterlässt.





I went to eat here a couple of days ago, and the service was painfully slow, even slower than fine dining 😭😭. Was that a special case?
Danke für die Empfehlung! Ich bin auch extra wegen der burmesischen Küche hierhergekommen. Das Curry-Rindfleisch war richtig lecker. Die von dir empfohlenen Fischbällchen und die Reisnudeln mit hausgemachten Fleischbällchen sind eher mild gewürzt, aber sehr angenehm zu essen und machen nicht durstig. Die Schärfe kann man gut anpassen, aber die grüne Chili im Dip hat es echt in sich🔥