Momos, Thukpa & mehr: Tibetische Küche in der Berger Straße in Frankfurt

Unscheinbar in der Berger Straße liegt das neu eröffnete tibetische Restaurant Tibet Dawa Momo. Es wird von einem warmherzigen tibetischen Ehepaar geführt, das seit über zehn Jahren in Deutschland lebt. Oft hört man die beiden in ihrer Muttersprache miteinander sprechen – eine kleine, aber charmante Geste, die dem Restaurant eine besonders persönliche und authentische Atmosphäre verleiht.

Restaurantprofil

🏷️ Name des Restaurants: Tibet Dawa Momo (Speisekarte hier)
📍 Adresse: Berger Str. 14, 60316 Frankfurt am Main
🍜 Küche: Tibetisch – Momos (gedämpfte Teigtaschen), Nudeln, Suppen, Salate & mehr
💰 Preis: ca. 15 – 25 € pro Person (inkl. Getränke & Trinkgeld)

Der Gastraum ist klein, aber sehr gemütlich. Die Wände erstrahlen in einem warmen Gelbton – eine Farbe, die in der tibetischen Kultur und im Buddhismus für Spiritualität, Wärme und Verbundenheit mit dem Heiligen steht. Wunderschöne Mandala-Kunstwerke schmücken den Raum und verstärken die harmonische Stimmung. Mit bequemen Sitzgelegenheiten für zwei oder vier Personen ist das Restaurant ideal für ein entspanntes Essen zu zweit oder in kleiner Runde mit Freunden.

Lassen wir die Einleitung hinter uns und kommen gleich zu unseren Highlights auf der Speisekarte!

Unsere Lieblingsgetränke im Tibet Dawa Momo sind der Ingwer-Honig-Tee und der Jasmintee – gerade in den kälteren Monaten die perfekten Begleiter zu den wohltuenden Speisen.

Der Ingwer-Honig-Tee ist kräftig und belebend mit intensivem Ingwergeschmack, der lange nachwirkt. Die natürliche Wärme des Ingwers und die Süße des Honigs wirken beruhigend und erfrischend.

Ingwertee wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen wegen seiner heilenden Wirkung geschätzt und häufig bei Erkältungen, zur Unterstützung der Verdauung und zur Stärkung des Immunsystems verwendet.

Jasmintee ist feiner und milder im Geschmack. Im Tibet Dawa Momo wird er aus echten Teeblättern, Goji-Beeren (枸杞) und Jasminblüten zubereitet. Die Goji-Beeren sind leicht süß und säuerlich zugleich und können nach dem Ziehen mit einem Löffel verzehrt werden. Sie sind für ihre gesundheitsfördernde Wirkung bekannt, sollen die Augen stärken und die Vitalität erhöhen. Die Jasminblüten verleihen dem Tee seinen typischen blumigen Duft, während die leichte Bitterkeit des Tees perfekt mit der Süße der Goji-Beeren harmoniert.

Wenn ein Restaurant stolz „Momo“ im Namen trägt, wie das Tibet Dawa Momo, dann sollte man sich diese Spezialität nicht entgehen lassen. „Dawa“, das tibetische Wort für „Mond“, passt perfekt zu den handgemachten Teigtaschen, die in ihrer Form an den Mond erinnern.

Der absolute Renner sind die gebratenen Momos. Jede Portion besteht aus zehn Teigtaschen, die außen goldbraun und knusprig, innen saftig und aromatisch sind. Die Füllungen sind reichhaltig und herzhaft, standardmäßig mit einer Mischung aus verschiedenen Gemüsesorten. Außerdem gibt es die Momos wahlweise mit Rindfleisch, Hühnerfleisch oder Kartoffeln – wer es etwas abwechslungsreicher mag, kann auch eine gemischte Platte mit allem bestellen.

Die Hülle ist dünn, knusprig und trotzdem stabil genug, um die saftige Füllung zu halten. Jeder Bissen ist ein kleines Geschmackswunder – aber pass auf, dass du dich nicht an der heißen Füllung die Zunge verbrennst!

Die Momos werden mit einer milden, leicht süßlichen und säuerlichen Paprikasauce serviert, die den Geschmack harmonisch abrundet. Für alle, die es etwas schärfer mögen, gibt es auch eine hausgemachte Chilisauce.

Wenn du Lust auf eine leichtere Alternative zu den klassischen Momos hast, probiere unbedingt die hausgemachten gedämpften Momos! Zehn gedämpfte Teigtaschen mit den gleichen leckeren Füllungen wie die gebratene Variante: Gemüse, Rindfleisch, Hühnchen, Kartoffeln oder ein gemischter Teller.

Der Teig ist hauchdünn und wunderbar weich – eine zarte Hülle, die den natürlichen Geschmack der Füllung perfekt zur Geltung bringt.

Besonders frisch und aromatisch sind die Gemüse-Momos mit einer knackigen und erfrischenden Füllung aus fein gehacktem Weißkohl, Karotten und Frühlingszwiebeln.

Am besten schmecken sie mit der milden Paprikasauce, die mit ihrer sanften, leicht säuerlichen Note das Gemüsearoma ideal ergänzt.

Unglaublich saftig sind die Rindfleisch-Momos: Würziges Rindfleisch, verfeinert mit Frühlingszwiebeln, sorgt für ein herzhaftes und aromatisches Geschmackserlebnis. Die Hähnchen-Momos haben ein feines, leicht süßliches Aroma – eine milde und angenehme Kombination aus zartem Hähnchenfleisch, Zwiebeln und Frühlingszwiebeln. Wer es cremig und sättigend mag, sollte die Kartoffel-Momos probieren: Die Füllung ist weich und fluffig – Comfort Food pur.

Für eine Extraportion Schärfe lassen sich die Momos wunderbar mit der hausgemachten Chilisauce kombinieren. Noch besser wird’s mit einem Schuss Sojasauce – das sorgt für eine ordentliche Portion Umami und passt besonders gut zu den Fleisch-Momos.

Tipp: Lass dir ein extra Schälchen geben, damit du die Chilisauce separat mischen kannst – so kannst du nach Lust und Laune zwischen der milden Paprikasauce und der feurigen Chilisauce wechseln.

Hausgemachte Nudeln sind ein fester Bestandteil der tibetischen Küche und werden mit viel Hingabe und Präzision zubereitet, um die ideale Balance zwischen Elastizität und Zartheit zu erreichen. Im Tibet Dawa Momo kann man diese meisterliche Handwerkskunst hautnah erleben.

Ein absolutes Highlight auf der Speisekarte sind die Dawas Thukpa. Bei diesem traditionellen Nudelgericht treffen hausgemachte Nudeln auf Auberginen, Karotten, Knoblauch und Koriander. Man kann zwischen einer vegetarischen Variante und verschiedenen Fleischsorten wie Rind, Lamm oder Hühnchen wählen. Wir haben uns für Rindfleisch entschieden – und würden es jederzeit wieder tun.

Die Nudeln sind dünn, elastisch und von perfekter Konsistenz. Durch ihre feine Struktur nehmen sie die Soße wunderbar auf, so dass jeder Bissen vollmundig schmeckt. Die Aubergine sorgt für eine leicht rauchige Note, Koriander und weißer Knoblauch für eine frische, aromatische Tiefe.

Das geschmorte Rindfleisch ist zart wie Butter und hat eine angenehme Süße, die an das reichhaltige Hong Shao (红烧) Aroma erinnert – eine köstliche Mischung aus Sojasauce, Zucker und Gewürzen mit einer herzhaften, leicht karamellisierten Würze.

Durch die Kombination aus mageren und leicht durchzogenen Fleischstücken wird die Sauce besonders saftig und legt sich samtig um jede einzelne Nudel.

Bhoethuk ist ein tibetisches Nudelgericht mit viel Gemüse. Es besteht aus handgemachten Nudeln, die mit Zucchini, Pilzen, Tofu, Karotten und Koriander serviert werden. Wie beim Dawas Thukpa kann man auch hier zwischen verschiedenen Beilagen wählen – vegetarisch, Rind, Lamm oder Hühnchen. Wir haben uns diesmal für Lamm entschieden.

Obwohl Bhoethuk viel mit Thukpa gemeinsam hat, unterscheidet es sich durch die extra Portion Gemüse, die dem Gericht eine schöne Abwechslung in Geschmack und Textur verleiht. Die Zucchini bringt eine milde Süße ins Spiel, die perfekt mit der scharfen Sauce harmoniert, während die Pilze eine erdige Note beisteuern. Der Tofu macht das Ganze schön cremig und die knackigen Karotten sorgen für Biss und eine leichte Süße. Frischer Koriander rundet das Ganze mit einer leichten Kräuternote ab.

Die großzügige Portion mageres Lammfleisch hat einen kräftigen, unverwechselbaren Geschmack, der wunderbar mit der aromatischen Sauce harmoniert. Am liebsten genießen wir die Nudeln mit einem Schuss hausgemachter Chilisauce, die den Lammgeschmack noch besser zur Geltung bringt und für Umami und eine feurige Schärfe sorgt.

Lhasa Thukpa ist eine einzigartige Interpretation einer tibetischen Bolognese aus hausgemachten tibetischen Nudeln, zartem Rinderhackfleisch, Karotten, Koriander und Gurken.

Das Rindfleisch wird in einer Sauce geschmort, die mit Doubanjiang – einer fermentierten Bohnenpaste – verfeinert ist. Diese verleiht dem Gericht einen tiefen Umami-Geschmack und ein erdiges Aroma. Die Mischung aus dem herzhaften Rindfleisch und der würzigen Doubanjiang-Sauce erinnert ein wenig an das chinesische Gericht Zha Jiang Mian (老北京炸酱面) – deftig, leicht geräuchert und unglaublich lecker.

Im Vergleich zu den gemüselastigen Varianten wie Bhoethuk oder Dawas Thukpa ist Lhasa Thukpa etwas gehaltvoller und schwerer. Das Rinderhackfleisch steht hier im Mittelpunkt, während Karotten, Gurken und Koriander einen frischen, leichten Kontrast bilden und das Ganze perfekt abrunden.

Tibet Dawa Momo bietet eine große Auswahl an Nudelsuppen, von denen wir zwei besonders hervorheben möchten.

Die erste ist Phing Thang – eine leichte, erfrischende Nudelsuppe mit zarten Glasnudeln, Pak Choi, Tofu und einer bunten Mischung aus frischem Gemüse. Die Brühe ist mild, aber aromatisch, mit einer feinen Tomatennote und einer angenehmen, leichten Säure. Die langen, glatten Glasnudeln lassen sich wunderbar schlürfen und nehmen den klaren, aromatischen Geschmack der Brühe perfekt auf.

Neben der klassischen vegetarischen Variante kann die Suppe auch mit Rind-, Lamm- oder Hühnerfleisch bestellt werden. Eigentlich schmeckt sie schon in der Gemüsevariante richtig gut – ideal, wenn es mal etwas Leichtes sein soll. Doch gerade im Winter, wenn’s draußen kalt ist, gönnen wir uns gerne eine Extraportion Lammfleisch – das macht die Suppe noch herzhafter und verleiht ihr eine kräftige Note.

Thenthuk ist unsere absolute Lieblingsnudelsuppe im Tibet Dawa Momo. Sie wird mit hausgemachten, quadratisch geschnittenen Nudeln serviert, die angenehm bissfest und gleichzeitig elastisch sind. Der Teig wird mit viel Geschick geknetet, so dass die Nudeln richtig schön dünn werden, aber nicht zerfallen, auch wenn sie eine Weile in der Brühe ziehen. In kleine Stücke geschnitten, lassen sie sich leicht auslöffeln.

Neben den Nudeln enthält die Suppe zarten Tofu, Pak Choi, Karotten, frischen Koriander und zartes Rindfleisch. Das bunte Gemüse sorgt für Frische und bildet einen perfekten Kontrast zur herzhaften Tiefe des Fleisches. Vor allem die Rindersehne verleiht der Suppe eine zusätzliche aromatische Note.

Das Rindfleisch steht im Mittelpunkt dieses Gerichts, aber eine gesunde Portion Gemüse sorgt für einen schönen Ausgleich. Die Brühe ist mild, nicht zu salzig und unglaublich wohltuend für den Magen. Vielleicht ist es die leichte Brühe oder die einfachen, natürlichen Zutaten – jedenfalls ist es genau diese Kombination, die Thenthuk so mild und rundum angenehm macht.

Tibetische Nudeln werden traditionell aus Hochlandweizen hergestellt, der in den hochgelegenen Regionen Tibets wächst. Der Teig wird mit natürlichem, alkalischem Wasser angereichert, was den Nudeln ihre charakteristische goldene Farbe, eine weiche Textur und einen leicht rustikalen, vollkornähnlichen Geschmack verleiht.

Die zusätzliche Alkalität verstärkt nicht nur das Aroma der Nudeln, sondern hilft auch, überschüssige Magensäure zu neutralisieren und die Verdauung zu fördern. In Tibet sagt man oft: „Tibetische Nudeln sind süß und wohltuend – sie beruhigen den Magen und bringen Seelenfrieden!“ (吃藏面,对胃好!)

Die Speisekarte im Tibet Dawa Momo dreht sich hauptsächlich um Momos und Nudelgerichte – einfach, aber super lecker. Neben den bereits erwähnten Gerichten bietet das Tibet Dawa Momo auch Salate, kleine Teigtaschen (Chu Mog) und eine weitere Variante der Thukpa (als Nudelsuppe) an. Die Nudelportionen sind großzügig bemessen und eignen sich hervorragend zum Teilen. Wenn du zu zweit isst, kannst du darum bitten, dass die Nudeln in zwei Schüsseln serviert werden. So kann man eine Schüssel Nudeln genießen und vielleicht noch einen Teller Momos dazu bestellen, um das Essen abwechslungsreicher zu gestalten.

Da das Tibet Dawa Momo noch recht neu und nicht so bekannt ist, bekommt man in der Regel schnell einen Tisch. Aber bei dem guten Essen wird es sicher nicht lange dauern, bis es genauso voll ist wie das Tibet Bistro – ein anderes beliebtes tibetisches Restaurant in der Nähe!

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