XiangJu Restaurant (湘聚): Der feurige Geschmack von Hunan in München

Heute möchten wir euch ein besonderes Hunan-Restaurant in München vorstellen, das vor allem bei der chinesischen Community aus Hunan sehr beliebt ist: das XiangJu Restaurant (湘聚).

Die Hunan-Küche ist für ihre Schärfe und ihre intensiven Aromen bekannt. Doch keine Sorge: Auch wer es lieber etwas milder mag, kommt hier auf seine Kosten. Viele Gerichte sind so zubereitet, dass sie europäischen Geschmacksvorlieben entgegenkommen, ohne dabei an Authentizität einzubüßen.

Ob würzig-scharf oder angenehm mild – einige Klassiker findet man auf nahezu jedem Tisch. Werfen wir also gemeinsam einen Blick auf die kulinarischen Highlights der Speisekarte.

Restaurantprofil

🏷️ Name des Restaurants: XiangJu Restaurant (Speisekarte hier)
📍 Adresse: Metzstraße 8, 81667 München
🍜 Küche: Chinesisch – Suppen, Pfannengerichte, Reisgerichte, Nudeln, Salate, Dim Sum, Dumplings etc.
💰 Preis: ca. 20–30 EUR pro Person (inkl. Getränke und Trinkgeld)


Lei La Jiao Pi Dan (擂辣椒皮蛋): Ein würzig-cremiger Salat aus gestampften Chilis und Tausendjährigen Eiern

Bei diesem Vorspeisengericht werden geröstete, leicht gebräunte grüne Chilis mit glänzend-schwarzen „tausendjährigen Eiern“ kombiniert. Dabei handelt es sich um in Kalk, Tee und Asche gereifte Enteneier. Gemeinsam ergeben sie einen rustikalen, unglaublich aromatischen Mix, der rauchig, würzig, scharf und leicht säuerlich schmeckt.

Durch den aufwendigen Reifeprozess verwandeln sich die Eier in seidig-cremige Delikatessen mit einem feinen, mineralischen Aroma. Ihre Qualität erkennt man an der glatten, geleeartigen Konsistenz – ganz ohne den sonst oft unangenehmen Ammoniakgeruch.

Beim Stampfen der Chilis mit den Eiern tritt die süßliche Schärfe der Chilis besonders hervor und bildet einen reizvollen Kontrast zur reichhaltigen Cremigkeit der Eier. Achtung: Die kleinen Chilikerne sorgen für ordentlich Feuer!

Erdige Austernpilze vertiefen mit ihrem Umami das Aroma und runden die cremige Sauce perfekt ab, während Knoblauch, Essig und Sojasauce für Frische und eine angenehme Würze sorgen.


Mao Xue Wang (毛血旺) – Sichuans feuriger Hot Pot mit Spezialitäten aus Entenblut und Innereien

Vorweg: Dieses Gericht ist nichts für schwache Nerven. Eine regelrechte Vulkanlawine aus Chiliöl ergießt sich über Stücke von Entenblut-Tofu, Kutteln und anderen Innereien, süßliche Wurst, zartes, sehniges Rindfleisch, Ochsenzunge und frisches Gemüse, die in einer tiefroten, scharfen Brühe garen. Für Menschen aus Sichuan oder Hunan ist es ein Stück Heimat auf dem Teller, für alle anderen eher eine echte Mutprobe.

Die Brühe gleicht einem „roten Meer“ aus Chiliöl – mindestens die Hälfte der Schale besteht daraus! Überraschenderweise ist sie dabei klar und nicht trüb, aber dafür unglaublich scharf. Gewürzt mit Sichuan-Pfefferkörnern sorgt sie für das typische prickelnd-betäubende Mala-Gefühl (麻辣).

Auf der Speisekarte finden sich reichlich würzige und herzhafte Zutaten. Das Gemüse – Chinakohl, Mungobohnensprossen und Tofu – sorgt für einen frischen Ausgleich, saugt aber zugleich reichlich Chiliöl auf. Dadurch wird das Gericht noch schärfer empfunden.

Unser Tipp: Starte mit dem Fleisch, das ist etwas weniger scharf. Das Gemüse isst du am besten zum Schluss, denn es saugt viel Chiliöl auf und wird dadurch besonders feurig. So kannst du dich langsam an die Schärfe gewöhnen und das Gemüse besser genießen. Perfekt dazu passt Reis, denn er mildert die Schärfe sanft ab und rundet das Geschmackserlebnis harmonisch ab.


Xiao Chao Huang Niu Rou (小炒黄牛肉): Scharf gebratenes Rindfleisch nach Hunan-Art

Kaum steht es auf dem Tisch, zischt und dampft es und der Duft von Chili, Pfefferkörnern und saftigem Rindfleisch steigt einem sofort in die Nase. Es ist ein echter Publikumsliebling – fast an jedem Tisch findet sich eine Portion davon. Egal, ob man scharfe Küche mag oder nicht, dieses Gericht möchte jeder probieren.

Das Fleisch stammt vom „Huang Niu“ (黄牛), einer traditionellen chinesischen Rinderrasse, die für ihr mageres, aber zart marmoriertes Fleisch bekannt ist. Die dünn geschnittenen Scheiben werden bei großer Hitze kurz angebraten, bis sie außen karamellisieren, dabei aber innen zart und saftig bleiben.

Die frischen, leuchtend roten Chilis stechen nicht nur optisch hervor, sondern geben dem Gericht auch seine typische, scharfe Note. Hinzu kommen Sichuanpfefferkörner, die mit ihrem prickelnden, leicht betäubenden Aroma für das gewisse Etwas sorgen.

Frischer Koriander bringt eine kräuterige Frische ins Spiel, während Knoblauch und Ingwer das Gericht mit Tiefe und rauchiger Würze abrunden.

Das Ergebnis ist eine angenehme Schärfe, die sich langsam steigert. Das Fleisch ist so saftig und würzig, dass man immer wieder zugreifen möchte – bis man schließlich, leicht schwitzend vor Schärfe, zum Reis greift.


Nong Jia Yi Wan Xiang (农家一碗香) – frei übersetzt „Hausgemachte Bauernschüssel“

Dieses Gericht vereint karamellisierten Schweinebauch, goldgelb gebratene Eier und feurige Chilischoten. Es duftet und schmeckt, als käme es direkt aus der Küche einer Bäuerin aus Hunan.

Die dünn geschnittenen Schweinebauchscheiben haben knusprige Ränder, die beim Reinbeißen leicht aufbrechen und ein würzig-saftiges Aroma entfalten. Diese rauchige Kruste entsteht typischerweise beim Anbraten im glühend heißen Eisenwok, wie er in den ländlichen Küchen von Hunan zum Einsatz kommt.

Die Eier werden zu goldgelben Pfannkuchen ausgebacken und anschließend in fluffige Stücke zerteilt, die das herzhafte Bratfett perfekt aufsaugen.

Frische grüne und rote Chilischoten sorgen für eine lebendige Schärfe, während fermentierte schwarze Bohnen (豆豉) mit ihrer würzig-salzigen Umami-Note und Lauch mit seiner süßlichen, zwiebeligen Frische das Gericht wunderbar abrunden.


Das XiangJu ist gemütlich eingerichtet. Kleine Fensternischen und warmes Licht schaffen eine angenehme, einladende Atmosphäre.

It isn’t just a place to brave chili-fired classics – they also offer milder flavors, like sweet-and-sour dishes, lighter stir-fries, and wheat & rice noodle bowls. There’re even rabbit meat & tea tree mushrooms (茶树菇).

Hier geht es nicht nur darum, sich mutig durch scharfe Chili-Gerichte zu probieren. Auch mildere Gerichte wie süß-saure Speisen, leichte Wokgerichte und Nudelgerichte aus Weizen- oder Reisnudeln gehören zum Angebot. Sogar Spezialitäten wie Kaninchenfleisch und Teebaumpilze (茶树菇), eine besondere Pilzart aus China, findest du hier auf der Speisekarte.

Die wirklich authentische Küche, wie die unwiderstehliche „Hausgemachte Bauernschüssel“, versteckt sich etwas weiter unten im Menü. Wenn du unsicher bist, frage einfach die Bedienung.

Für die Gäste aus Hunan sind diese Gerichte mehr als nur Essen. Wenn die Schärfe die Nase kitzelt und das Herz wärmt, vertreibt das das Heimweh und macht jedes Gericht zu einem Stück Heimat. 🔥🍚

15 Gedanken zu „XiangJu Restaurant (湘聚): Der feurige Geschmack von Hunan in München“

  1. Superlecker, entspannt und eine echt gute Wahl für authentisches chinesisches Essen. Tipp: Einfach mal die Komfortzone verlassen und die echten Klassiker probieren!

  2. Der Service scheint sich verbessert zu haben. Ich war letztes Jahr dort und habe eine Schüssel Nudeln gegessen. Geschmack und Fleischmenge waren okay, aber die Portion Nudeln war so klein, dass ich nicht satt wurde. Ich dachte, vielleicht fragt jemand nach Feedback – aber niemand, weder die Bedienung noch der Chef, hat auch nur ein einziges Wort gesagt. Nicht mal ein höfliches ‚Hat’s geschmeckt?‘ Beim Bezahlen einfach stillschweigend abkassiert. Da fragt man sich echt, ob sie das Restaurant mit Herz führen wollen.

  3. Dieses Restaurant wurde mir auch von Freunden empfohlen. Man sagt, es gehört zu den besten chinesischen Restaurants in München und kann locker mit dem Top-Restaurant Seen mithalten.

  4. In letzter Zeit hatte ich richtig Heißhunger auf chinesisches Essen. Ich hab gesehen, dass viele diese Restaurant empfohlen haben, also bin ich über eine Stunde mit dem Auto zur „Xiang Ju“-Restaurant gefahren.

    Ich hab das „Shuizhuniurou“ (scharf gekochtes Rindfleisch) bestellt – aber die Sojasprossen unten im Topf waren komplett roh. Ich war einfach nur sprachlos. Ganz ehrlich: keine Empfehlung!

  5. Beim ersten Besuch war der Service eher enttäuschend, aber diesmal war das Erlebnis viel besser. Vor allem der etwas kräftigere Kellner war super freundlich und aufmerksam.

  6. Wir haben das Rindfleisch mit eingelegten Chilis probiert. Gibt’s in vielen Sichuan- und Hunan-Läden in München, aber bei Xiangju ist es für uns ganz klar die Nummer eins. Das Fleisch ist super aromatisch, und die Säure und Schärfe der Chilis sind genau auf den Punkt.

  7. In dem Restaurant ist immer richtig viel los. Leere Teller und Schüsseln werden oft nicht sofort abgeräumt. Manche warme Gerichte sind schon etwas abgekühlt, wenn sie an den Tisch kommen – vermutlich, weil niemand Zeit hatte, sie rechtzeitig zu bringen. Klar, das wirkt sich auch auf den Geschmack aus.

  8. Ich war schon ein paar Mal dort. Der gegrillte Fisch war eher enttäuschend, wenig Geschmack und der Fisch selbst ziemlich klein. Die anderen Fischgerichte habe ich gar nicht erst ausprobiert. Bei der Wassergekochten Fischsuppe und dem Fisch mit eingelegtem Gemüse sieht man direkt, dass tiefgefrorene Fischfilets verwendet werden. Da vergeht einem ehrlich gesagt die Lust.

  9. Scheint, als hätten wir einen ähnlichen Geschmack! Die Rind- und Schweinefleisch-Eiergerichte, die du erwähnt hast, bestelle ich fast jedes Mal, wenn ich dort bin. Freue mich schon auf weitere Empfehlungen von dir!

  10. Wir haben die veganen Gerichte probiert, die uns vom Personal empfohlen wurden: Curry-Tofu und Aubergine nach Yu Xiang-Art. Hat richtig gut geschmeckt, Teller waren leer! Auch die trocken gebratenen Bohnen und das Sauerkraut mit Bambus waren echt gut. Die Sichuan-Pfefferkörner in den Bohnen haben ordentlich betäubt. Später hat uns der Kellner erklärt, dass die eigentlich nur als Beilage gedacht sind und man die normalerweise nicht mitisst.

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