In diesem Sommer scheint Frankfurt in einer Endlosschleife aus Nieselregen und grauem Himmel gefangen zu sein. Die Jahreszeiten verschwimmen und es wirkt, als hätte der Sommer vergessen, wer er ist. An solchen Tagen gibt es kaum etwas Wohltuenderes als eine dampfende Schüssel Nudeln, die ein Stück Wärme zurückbringt.
Inmitten der boomenden chinesischen Gastroszene Frankfurts, in der hippe Nudelrestaurants wie Bambussprossen aus dem Boden schießen, behauptet sich Das Nudel Ding als feste Größe. Schon zu einer Zeit, als „authentisch chinesisch” in Deutschland noch eine Seltenheit war, hat es sich einen Namen gemacht. Heute gilt Das Nudel Ding mit vier Standorten im ganzen Land – zwei davon in Frankfurt – als Wegbereiter für echte chinesische Nudelkultur und bietet eine der vielfältigsten Karten klassischer Gerichte.
Restaurantprofil
🏷️ Name des Restaurants: Das Nudel Ding (inkl. Speisekarte hier oder hier)
📍 Adresse: Kettenhofweg 64, 60325 Frankfurt am Main & Europa-Allee 6, 60327 Frankfurt am Main (oberste Etage)
🍜 Küche: Chinesisch – chinesische Tapas, Salate, Teigtaschen, Wan Tan, Nudelsuppen, gebratene Nudeln, Suppen, vegetarische Gerichte usw.
💰 Preis: ca. 15–25 EUR pro Person (inkl. Getränke und Trinkgeld)
Hier also eine kleine Auswahl unserer persönlichen Lieblingsgerichte:
Der „chinesische Burger“ – 肉夹馍 (Ròu Jiā Mó)
Saftig geschmortes Schweinefleisch, eine Mischung aus mageren und durchwachsenen Stücken, wird in ein frisch gebackenes Fladenbrot gefüllt. Es ist kräftig, aromatisch und leicht ölig, aber nie zu fettig, und entfaltet mit jedem Bissen seinen vollen Geschmack.

Das Brot ist bewusst etwas trockener gebacken und saugt die würzige, reichhaltige Füllung perfekt auf. Das Fleisch ist so zart, dass es beinahe auf der Zunge zerfällt. Die üppige Portion glänzt im eigenen Schmelz und verströmt ein betörendes Aroma, das sofort Lust auf mehr macht.
Diese Streetfood-Ikone stammt aus der chinesischen Provinz Shaanxi. Ihre Geschichte reicht bis in die Qin-Dynastie zurück und der „chinesische Burger“ gilt als das älteste „Fast Food“ Chinas.
Dumplings mit Sesamsauce (vegetarisch) – Má Jiàng Jiǎo Zi (麻酱饺子)
In diesen Teigtaschen verbirgt sich eine frische Mischung aus Bärlauch, Ei, Morcheln und knackigen Sojasprossen. Sie werden mit einer cremigen Sesamsauce aus gerösteter Sesampaste und Sesamöl serviert und mit Frühlingszwiebeln und Koriander garniert.

Die nussige, samtige Sauce ergänzt die vegetarische Füllung perfekt, sodass ihre frischen und erdigen Aromen harmonisch zur Geltung kommen. Im Vergleich zu fleischhaltigen Dumplings wirkt diese Variante leicht, ohne dabei an Genuss einzubüßen
Pekinger Nudeln mit gebratenem Schweinehack in schwarzer Sojabohnensauce – 炸酱面 (Zhá Jiàng Miàn)


Dünne, bissfeste Weizennudeln werden mit gebratenem Schweinehack, Gurken- und Karottenstreifen, Sojasprossen und Frühlingszwiebeln in einer dunklen Sojabohnensauce vermengt.
Die Sauce wird lange eingekocht, um ihr volles Aroma zu entfalten. Würzig, umami-reich und leicht süß umhüllt sie jede Nudel und macht jeden Bissen zu einem intensiven Geschmackserlebnis.
Das frische Gemüse sorgt für einen knackigen Kontrast und balanciert die fleischige Tiefe perfekt aus. Großzügige Portionen machen dieses Gericht zu wahrem Soulfood.
Sichuans feurige Glasnudelsuppe – 酸辣粉 (Suān Là Fěn)

Seidig-glatte Glasnudeln, Pak Choi, Erdnüsse, Sojasprossen und Koriander schwimmen in einer aromatischen Brühe aus Essig, Chili und Sichuan-Pfeffer.
Die klassische Version ist vegetarisch. Gegen einen Aufpreis von 2–3 € können auf Wunsch zusätzlich gebratenes Hackfleisch oder Rindfleischscheiben dazubestellt werden.
Die Nudeln sind zart und gleichzeitig angenehm bissfest. Ihr schimmernder Glanz macht sie besonders einladend. Geschmacklich entfaltet die Suppe einen elektrisierenden Dreiklang: Der prickelnde Sichuan-Pfeffer (Má) sorgt für ein leichtes Kribbeln auf der Zunge, die feurige Chili (Là) entfacht eine angenehme Schärfe und der Essig (Suān) verleiht der Brühe eine spritzige Säure.
Abgerundet wird das Geschmackserlebnis durch eine umami-reiche Tiefe (Xiān) und das Aroma gerösteter Gewürze (Xiāng), während die rubinrote, feurige Brühe jede einzelne Nudel umhüllt.

Nudelsuppe mit Lammfleisch und Brotwürfeln – 羊肉泡馍 (Yáng Ròu Pào Mó)
Eine kräftige Lammbrühe trifft auf kleine Brotwürfel, Glasnudeln, Morcheln, getrocknetes Gemüse, Gojibeeren und frische Kräuter.

Vielleicht gibt es in ganz Frankfurt kein authentischeres Yang Rou Pao Mo als hier. Dieses Original aus der chinesischen Provinz Shaanxi gilt als eine Art Allerheilmittel. Als Konstantin einmal unter Sodbrennen litt, half eine einzige Schüssel besser als jedes Mittel aus der Apotheke. Kein Wunder, denn die kollagenreiche Brühe legt sich schützend über die Magenschleimhaut, während die alkalischen Brotwürfel überschüssige Säure aufsaugen wie ein Schwamm.
Geschmacklich ist das Gericht zugleich kräftig und delikat, aromatisch und würzig. Das Lammfleisch schmort stundenlang, bis es butterzart zerfällt, während die Gewürze den intensiven Geschmack des Fleisches harmonisch ausbalancieren. Die vollmundige, wärmende Brühe legt sich samtig auf die Zunge. Sie ist reich an Umami und erhält von den langsam ausgekochten Lammknochen eine dezente Süße.
Die elastischen Brotwürfel saugen sich mit der kräftigen Brühe voll, während die weichen, glatten Glasnudeln einen feinen Kontrast dazu bilden.
Mein Tipp: Erst die Brühe pur kosten, dann Chiliöl dazugeben und schließlich alles vermischen – so entfaltet sich nach und nach der volle Geschmack.
Scharfe Sichuan-Nudelsuppe mit Seidentofu – 豆花麻辣小面 (Dòu Huā Má Là Xiǎo Miàn)


Ein spannendes Spiel aus cremig und feurig: Elastische Nudeln, zarter Seidentofu, gebratenes Hackfleisch und Pak Choi schwimmen in einer aromatischen Brühe mit Chiliöl, durchzogen von prickelndem Sichuan-Pfeffer, der die Lippen sanft zum Kribbeln bringt.
Das kräftige Rindfleisch verleiht der Suppe Tiefe, während die frischen Sprossen für einen Crunch sorgen.
Die Nudeln bleiben angenehm bissfest und nehmen die scharfe, unwiderstehliche Sauce perfekt auf.
Der seidige, mild-süßliche Tofu balanciert die Schärfe etwas ab – so entsteht ein Gericht, das zugleich feurig, betäubend, reichhaltig und wohltuend ist.
Nudelsuppe mit geschmortem Rindfleisch und Hackfleisch – 双平情汤面 (Shuāng Píng Qíng Táng Miàn)

Diese Nudelsuppe lebt von ihrer klaren, zugleich intensiv aromatischen Brühe. Sie wird mit lang geschmortem Rindfleisch, Hackfleisch, Karotten, Pak Choi, Morcheln, Mu-Err-Pilzen, Koriander und Frühlingszwiebeln zubereitet.
Das Fleisch wird im Hong-Shao-Stil zubereitet, einer klassischen chinesischen Schmor-Technik. Dabei karamellisieren Sojasauce, Zucker und Gewürze zu einer würzig-süßen, umami-reichen Glasur, die sich sanft um das butterzarte Rindfleisch legt.
Die Nudeln sind angenehm elastisch, behalten ihre Struktur jedoch nur, wenn man sie nicht zu lange in der Brühe liegen lässt.
Die klare Brühe ist kraftvoll im Geschmack, dabei aber ausgewogen und harmonisch: Die milde, frische Süße des Gemüses gleicht die Tiefe und Würze des Rindfleischs perfekt aus.

Neben den bereits erwähnten Klassikern serviert Das Nudel Ding auch Sesam–Reisnudeln, scharfe Wontons, kalte Nudelgerichte und eine Auswahl an gebratenen Nudelgerichten. Die Speisekarte ist erstaunlich vielfältig – und das Beste daran: Alle Nudelsuppen sind hausgemacht und kommen ganz ohne zugesetztes Glutamat aus.
Ich kann dieses Restaurant nicht unerwähnt lassen, denn es kam genau zur richtigen Zeit in mein Leben, als ich mich nach einem Stück Heimat sehnte. Gerade in Frankfurt angekommen und von Döner- und Bratwurstständen umgeben, spürte ein deutscher Kollege mein Heimweh und brachte mich hierher – mit dem Hinweis, dass es sich um eines der besten chinesischen Restaurants der Stadt handele. Innerlich hatte ich mich bereits auf das übliche „Süß-Sauer-Chinesisch“ eingestellt, das mit echter chinesischer Küche nur wenig gemein hat. Doch dann kam der erste Schluck von den Suānlà Niúròu Fěn, den sauer-scharfen Rindfleischnudeln: feurig, säuerlich, leicht betäubend – und plötzlich war er da, dieser Geschmack, der sich sofort nach Zuhause anfühlte.





Die Qualität der Nudelgerichte hat im Vergleich zu früher deutlich nachgelassen. Das Fleisch im Roujiamo war sehr salzig und das Brot ziemlich dünn. Die Brühe der sauer-scharfen Rindfleischnudelsuppe war eher durchschnittlich, und auch das Chiliöl hatte nicht besonders viel Aroma.
Insgesamt wird man satt, das ist kein Problem – aber die Nudeln sind recht gewöhnlich und die Brühe noch gewöhnlicher.
Die Nudeln scheinen hier nicht selbstgemacht zu sein. In Frankfurt ist das kein besonderer Vorteil. Gut ist aber, dass die Auswahl an Geschmacksrichtungen wirklich groß ist.
Geschmacklich ganz okay, aber ich habe immer das Gefühl, dass die Nudeln dort eher Fertigware sind.
Feierabend und dann noch eine Schüssel Rindfleischnudelsuppe, einfach herrlich
Die Portionen sind nicht groß. Die Wontons bestehen nur aus fünf oder sechs Stück, aber man merkt, dass sie handgemacht sind.
Der chinesische Burger ist richtig lecker: außen schön knusprig, innen saftig und üppig gefüllt. Der Geschmack geht eher in die süßliche Richtung.
Die Zhajiang-Nudeln schmecken ganz okay, aber sie sind ein bisschen zu salzig.
Der Besitzer spricht wirklich sehr gut Deutsch.
Beim ersten Mal probieren war ich wirklich beeindruckt.
Danke für die Empfehlung! Ich dachte, das Restaurant bietet nur die scharfen Nudeln und aus Sichuan und Chongqing an, aber es gibt tatsächlich auch nicht-scharfe Nudeln.
Die Tan-Tan-Nudeln schmecken nur mittelmäßig. Sieht zwar nach einer großen Portion aus, aber tatsächlich ist es wenig. Unter den Nudeln sind fast nur Sojasprossen.
Ich habe dort vor langer Zeit ein paar Mal gegessen, aber es hat mir nicht geschmeckt. Außerdem war ich danach extrem durstig, vermutlich war da ziemlich viel Glutamat drin.
Das Restaurant heißt auf Chinesisch zwar ‚Baozi-Laden‘, aber wie schön wäre es, wenn es wirklich einer wäre, mit lauter verschiedenen Baozi zum Kaufen!
Die Glasnudelsuppe und die Rindfleischnudelsuppe sind richtig lecker.
Meiner Meinung nach ist The Noodle Maker das beste Restaurant, es liegt in der Nähe der Skyline Plaza
Früher habe ich die Lamm-Nudelsuppe dort sehr gern gegessen, aber ich war schon lange nicht mehr dort.
Die Portionen sind klein und teurer als bei The Noodle Maker.
Früher bin ich wirklich oft dort essen gegangen und habe damals die Lamm-Nudelsuppe und Roujiamo sehr gern gemocht. Aber vor zwei Jahren war ich dort, und obwohl ich nur sehr wenig esse, wurde ich nicht satt. Seitdem war ich nicht mehr dort. Inzwischen wird das Restaurant auch immer schlechter bewertet.
Die Zhajiangmian haben ganz gut geschmeckt.