Frische Aromen und feine Präzision: das Restaurant Haguruma in München

Der Himmel leuchtet in einem satten Blau. Zum ersten Mal seit Monaten zeigt sich die Sonne wieder, wenngleich die Luft noch den letzten winterlichen Zug in sich trägt. Im Park kündigt sich der Frühling langsam an: Einige Blumen haben sich von der Sonne locken lassen und sprießen bereits vorsichtig aus der Erde. Mit den ersten milden Tagen verschwindet die Lust auf herzhafte Schmorgerichte und deftige Winterküche plötzlich. Stattdessen wächst die Sehnsucht nach etwas Frischem, Klarem, Feinem. Zeit für japanische Küche.

Auf Empfehlung von Freunden sind wir im Restaurant Haguruma eingekehrt. Der Name Haguruma (歯車) bedeutet auf Japanisch „Zahnrad“ oder „Getriebe“ – vielleicht ein Hinweis darauf, dass hier jede Zutat perfekt ineinandergreift. Wir sind gespannt, ob die Küche genauso rund läuft, wie es der Name verspricht.

Restaurantprofile

🏷️ Name des Restaurants: Restaurant Haguruma
📍 Adresse:  Baaderstraße 62, 80469 München
🍜 Küche: Japanische Küche – Sushi, Sashimi, Udon, Donburi, Suppen, Grillgerichte, Dumplings und mehr
💰 Preis: ca. 25–40 € pro Person (inklusive Getränke und Trinkgeld)


Sake-Muscheln — 酒蒸し (Sakamushi)

Serviert wird eine kleine, dampfende Schale Asari-Muscheln.

Schon beim Servieren steigt ein intensives Aroma des warmen Sake auf, das sich sofort im Raum verteilt. Die klare Brühe schmeckt angenehm maritim mit einer feinen, natürlichen Süße der Muscheln und einer leichten Wärme vom Sake, die dem Gericht eine runde, wohltuende Note verleiht.

Dazu kommen Lauch und Frühlingszwiebeln, die dem Gericht Frische und eine leichte Schärfe verleihen. Jeder Löffel wirkt beruhigend, fast entschleunigend – ein einfaches, aber sehr stimmiges Gericht. Die Muscheln selbst sind zart, saftig und leicht süßlich. Nichts Aufdringliches, sondern ein sehr ausgewogener, warmer Auftakt.


Gyu-Tan — 牛タン (Gegrillte Rinderzunge)

Gyu-Tan sind dünn geschnittene, gegrillte Rinderzungen.

Die leicht angeröstete Oberfläche bringt ein feines Grillaroma mit, während das Fleisch innen zart bleibt und gleichzeitig einen angenehmen Biss hat. Geschmacklich ist sie deutlich kräftiger als ein Steak: vollmundig, leicht mineralisch mit einer intensiven, aber nicht zu schweren Tiefe.

Sesamöl, Frühlingszwiebeln und ein Spritzer Limette sorgen für die nötige Balance. Die leichte Säure hebt das Gericht an und verhindert, dass es zu schwer wirkt. Zusammen mit etwas Salat entsteht ein spannender Kontrast aus rustikaler Kraft und klarer Frische.


Kaisen Chirashi Don — 海鮮ちらし丼 (Roher Fisch auf Sushi-Reis)

Wörtlich bedeutet Chirashi Don so viel wie „Schale mit allerlei Fisch bzw. Meeresfrüchten“ – und genau das bekommt man hier: eine großzügige Portion Sushi-Reis, belegt mit dicken, feinen Scheiben oder Stücken verschiedenster Fisch- und Meeresfrüchtesorten.

Mit dabei sind Lachs, Hokkaido-Jakobsmuscheln mit ihrer feinen, fast milchigen Süße und Oktopus mit angenehm zartem Biss. Thunfisch bringt eine kräftigere, fast fleischige Textur mit. Katsuo, ein eher magerer Fisch, hat eine leicht rauchige Note und eine schöne, tiefrote Farbe. Die süßen Amaebi-Garnelen sind weich und fast cremig, während Hokigai-Muscheln mit einem knackigen Biss und feiner Süße überraschen.

Dann sind da noch Shime Saba, eingelegte Makrelen, deren silbrig glänzende Haut sofort ins Auge fällt. Durch die Essigmarinade erhalten sie eine klare, kräftige Säure, die sich deutlich von der anderer Fischsorten absetzt.

Hinzu kommen Hamachi, die butterweich und mild sind, sowie Hirame, die zart und leicht süßlich sind.

Zwischen all dem versteckt sich auch Unagi, gegrillter Aal mit karamellisierter Kabayaki-Glasur und feinem Raucharoma.

Der Sushi-Reis ist dabei mehr als nur die Basis: Er ist leicht säuerlich, frisch und klar im Geschmack und funktioniert auch für sich allein sehr gut. Zwischendurch sorgen Nori und eingelegter Ingwer für Frische und „reinigen” den Gaumen, sodass alle Zutaten des Chirashi Don wunderbar zur Geltung kommen.


Auch der Service trägt zur Atmosphäre bei: Das Team ist durchgehend japanisch, was dem Restaurant eine authentische Note verleiht.

Und auch abseits unserer Auswahl hat die Karte einiges zu bieten: Mentaiko-Udon in cremiger Sojamilchbrühe, Edamame mit schwarzem Trüffel, Aubergine mit Misoglasur, Avocado-Lachs-Tatar, Gyoza, gegrillte Makrele oder knuspriges Karaage (Fried Chicken). Es ist eine durchdachte Mischung aus leichten, frischen und kräftigeren Gerichten – genau die Bandbreite, die man von guter japanischer Küche erwartet.

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