Der Sommer zeigt sich unerbittlich: Die Sonne brennt, die Luft steht, und schon der bloße Gedanke an einen Schritt vor die Tür gleicht einem schweißtreibenden Fitnessprogramm. Was könnte mich in dieser Hitze also aus meiner angenehm kühlen Zuflucht locken? Meine erste Gedanke: zarte, gekühlte und fein portionierte japanische Küche. Und so führt mich mein Appetit direkt in die J’epoca SAKAbar – eine japanische Izakaya, also eine Art stilvolle Snack-Bar.
Das J’epoca fühlt sich an wie ein kleines Stück Tokio mitten in Frankfurt. Der Service ist herzlich, die Aromen authentisch, und die kleinen Gerichte im Tapas-Stil sind leicht, elegant und raffiniert abgeschmeckt – und trotzdem sättigend. Das perfekte Kontrastprogramm zur drückenden Sommerhitze!
Restaurantprofil
🏷️ Name des Restaurants: J’epoca SAKAbar (siehe Speisekarte hier)
📍 Adresse: Fritschengäßchen 5, 60594 Frankfurt am Main
🍜 Küche: Japanisch – japanische Tapas, Reisgerichte, Nudelsuppen, Grillspieße, Sashimi, Frittiertes, Suppen und vegetarische Gerichte etc.
💰 Preis: ca. 35–55 EUR pro Person (inkl. Getränke und Trinkgeld)
Shishi no Sato Junmai Ginjo „Saketabe“ – ein Premium-Sake mit 16 % Alkohol

Im J’epoca dreht sich nicht alles nur ums Essen. Auch Sake-Liebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Izakaya bietet eine beeindruckende Auswahl an Umeshu (Pflaumenwein) und Sake, die wahlweise gekühlt oder warm serviert werden. Viele Gäste besuchen das J’epoca vor allem wegen des Sake. Einige Sorten lassen sich sogar online bestellen.
Wir haben den Shishi no Sato Junmai Ginjo „Saketabe“ probiert.
Der Name „Saketabe“ bedeutet so viel wie „Sake essen“ – und genau das ist die Idee dahinter. Dieser Sake ist nicht einfach zum Nebenhertrinken gedacht, sondern will mit derselben Aufmerksamkeit genossen werden wie ein sorgfältig zubereitetes Gericht.
Er begeistert mit einem zarten, fast blumigen Aroma, in dem sich Noten von reifer Birne und Melone offenbaren. Beim ersten Schluck überrascht die fruchtige Frische, bevor sich der typische Ginjo-Charakter entfaltet. Er ist weich und rund mit einer dezenten Süße, die an gedämpften Reis erinnert.
Die 16 % Alkohol gleiten mit angenehmer Wärme den Hals hinunter und hinterlassen ein wohliges Gefühl im Magen. Eine herbe Note, ähnlich der von Yamahai-Sakes, schwingt mit, wird aber durch eine feine, fast honigartige Süße perfekt ausbalanciert.
Am besten genießt man diesen Sake pur oder, wie das Personal empfiehlt, zu Sashimi oder gegrillten Speisen.
002 Renkon Chips (蓮根チップス) – knusprige Lotuswurzel-Chips mit Wasabi-Salz
Dieser Snack geht weg wie warme Semmeln. Einfach, aber unfassbar süchtig machend.

Jede Scheibe ist hauchdünn und wunderbar knusprig (kari-kari). Das Wasabi-Salz überrascht zunächst mit einer salzigen Note, bevor sich langsam eine angenehme Schärfe entfaltet, die dich sofort zum nächsten Chip greifen lässt.
Im Vergleich zu herkömmlichen Kartoffelchips sind diese hier deutlich leichter und überzeugen mit einem klaren, leicht erdigen Geschmack.
012 Ham012 Hamachi Sashimi (はまち刺身) – Sashimi von der Gelbschwanzmakrele mit Kombu-Algen-Dashi-Soße

Dieses Gericht steht für intensiven Umami-Geschmack und feine Raffinesse.
Der Hamachi ist samtweich und zart-elastisch. Er schmilzt langsam auf der Zunge und entfaltet dabei eine klare, süße Frische. Das würzige Umami der Kombu-Dashi-Soße rundet den Geschmack perfekt ab.
Feine Stücke Kombu (Braunalge) und Meersalzflocken sorgen für kleine Geschmacksexplosionen und bringen das Meer direkt auf den Teller.
Ein paar Tropfen Sesamöl setzen einen gelungenen Akzent: Sie verleihen dem Gericht eine sanft geröstete Note, ohne zu dominieren, und sorgen für ein duftendes, luxuriöses Finish.
Dazu serviert wird eine Garnitur aus feinen, weißen Daikon-Rettichstreifen, die mit ihrer kühlen Frische und knackigen Textur einen perfekten Kontrast bieten.

004 Shoyu-Zuke Cream Cheese (クリームチーズ醤油漬け) – Frischkäse mariniert in Soja- und Mirinsoße, serviert auf Crackern

Der gut gekühlte Frischkäse ist cremig, würzig und hat eine fast mousseartige Konsistenz. Er ist reichhaltig, aber nicht zu schwer, mit einer klaren, frischen Milchnote. Die Marinade aus Shoyu (Sojasoße) und Mirin verleiht ihm ein salzig-süßes Umami mit einer karamellisierten Tiefe und einer milden, fermentierten Note.
Das knusprige Nori-Algenblatt oben drauf bringt eine feine Meeresbrise ins Spiel: salzig, frisch und angenehm knusprig – ein spannender Kontrast zur weichen Käsecreme.
Die Basis bildet ein schlichter, buttriger Cracker – mild im Geschmack, leicht geröstet und genau so knusprig, dass er Struktur verleiht, ohne sich in den Vordergrund zu spielen.
014 Nibuta (煮豚) – langsam geschmorte Schweineschulter mit Dijon-Senf-Soße

Der japanische Begriff „Nibuta“ bedeutet so viel wie „geschmortes Schweinefleisch“.
Dieses fleischbetonte Gericht bekommt durch eine Dijon-Senf-Soße mit Weißwein einen raffinierten französisch-japanischen Twist. Die Soße verleiht dem Gericht eine elegante, würzige Note und bringt Frische ins Spiel.
Das Schweinefleisch wurde langsam geschmort und ist zart, saftig und voller Geschmack.
Eine feine, natürliche Süße – vermutlich durch Mirin oder etwas Zucker – verbindet sich mit einer herzhaften Tiefe. Das Fleisch ist weich, hat aber einen leichten Biss und ein eine volle, fleischige Konsistenz.
Die Dijon-Soße ist nicht nur pikant, sondern auch fruchtig, leicht säuerlich und pfeffrig – mit einer fast minzigen Frische.
Ihre cremige Textur und würzige Schärfe durchbrechen die satte Fülle des Fleisches und schaffen einen klaren, ausgewogenen Kontrast.

010 Aburi Salmon Sashimi (炙りサーモン) – abgeflämmtes Lachs-Sashimi mit Miso Soße
Bei diesem Gericht kommt das Beste vom Lachs zum Einsatz: fein marmorierter Lachsbauch, sanft abgeflämmt und mit einer würzigen Miso-Glasur veredelt.
Der fettreiche Bauchschnitt schmilzt bereits bei niedriger Temperatur und zergeht förmlich auf der Zunge. Er ist vollmundig, reichhaltig und unglaublich zart. Seine Textur ist seidig und weich, dabei dennoch strukturiert – fast wie eine „lachsige” Variante von Thunfisch-Toro.


Durch das kurze Abflämmen karamellisiert die Oberfläche leicht, während das Innere roh und kühl bleibt. So entsteht ein faszinierender Kontrast: warm trifft kalt, geröstet trifft cremig-weich.
Die dunkle, aromatische Miso-Soße bringt tiefes Umami, eine dezente karamellige Süße und herzhafte Tiefe mit sich – sie ist perfekt auf den fettreichen Fisch abgestimmt.
Knusprige, geröstete Zwiebeln setzen einen nussigen Akzent, während frisches Shiso – ein japanisches Kraut – mit seiner kräuterigen Frische für Balance und Leichtigkeit sorgt.

023 Gyu Tataki (牛たたき) – japanisches Roastbeef mit süßen Zwiebeln und Wasabi-Ponzu-Soße
Auch hier wird mit dem Kontrast zwischen roh und gegart gespielt – ganz wie beim Aburi-Lachs. Japanisches Roastbeef, reduziert auf das Wesentliche und minimalistisch inszeniert.

Der Tataki-Stil stammt ursprünglich aus der Präfektur Kōchi, wo Samurai Fleisch oder Fisch kurzerhand auf ihren Schwertern anrösteten. Beim Gyu Tataki wird das Rindfleisch nur für wenige Sekunden abgeflämmt – zehn Sekunden genügen, um ein feines Raucharoma zu erzeugen, während das Innere roh bleibt.

Das Ergebnis sind halb rohe Scheiben mit seidig-weicher Textur, leichtem Biss und einem klaren, mineralischen Geschmack – deutlich feiner als ein herkömmliches gegrilltes Steak.
Besonders köstlich ist das marmorierte Fett: Beim Abflämmen beginnt es zu schmelzen, verleiht dem Fleisch eine beinahe zartschmelzende Textur und entfaltet intensives Umami.
Die Soße bringt eine milde Süße – vermutlich durch Mirin – kombiniert mit einem Hauch Wasabi, der angenehm in der Nase prickelt, ohne zu dominant zu sein.
Am besten genießt man das Fleisch zusammen mit den feinen, rohen Zwiebelscheiben, deren süß-scharfer Geschmack das Gericht ideal ausbalanciert.

024 Tako Kara (たこ唐揚げ) – frittierter Oktopus nach japanischer Art
Sobald der brutzelnde Teller mit den goldbraunen Happen auf dem Tisch steht, meldet sich die Nase: Der herzhafte Duft von Meeresfrische, begleitet von einem Hauch von Öl, weckt sofort Appetit – genau das Richtige nach all den feinen, rohen Spezialitäten.

Serviert werden dicke, saftige Oktopustentakel, innen zart und elastisch, außen umhüllt von einer knusprigen, würzigen Kruste. Der Teigmantel ist angenehm leicht: Durch das schnelle Frittieren bleibt der Oktopus wunderbar saftig, während kleine Luftbläschen im Teig für besonders viel Crunch sorgen.
Das natürliche Kollagen im Inneren verbindet sich bei jedem Bissen mit dem intensiven Meeresaroma, der knusprigen Hülle und einer salzigen Tiefe – einfach unwiderstehlich!
Matcha-Eis (抹茶アイス)

Kaum teurer als herkömmliches Speiseeis, ist dieses grüne Finale ein wahres Geschmackserlebnis. Dabei entfaltet sich das typische, leicht pflanzliche Matcha-Aroma auf natürliche Weise intensiv.
Eine Schicht Matcha-Pulver obenauf verstärkt das Aroma mit grasigen, intensiven Noten und einer angenehmen, dezenten Bitterkeit, die von einer milden Süße perfekt abgerundet wird.
Das Eis selbst ist seidig glatt, cremig und reichhaltig, ohne dabei schwer zu wirken. Die cremige Textur macht langsam Platz für die wachsende Matcha-Intensität: Erdige, beinah umami-artige Nuancen verbinden sich harmonisch mit einem Hauch von mildem Vanillearoma.
Neben einer großen Auswahl an Tapas bietet das J’epoca auch herzhafte Donburi-Reisbowls und köstliche Nudeln, die das kulinarische Erlebnis perfekt abrunden.
Izakaya wird zwar oft mit „Snack-Bar“ übersetzt, doch dieser Begriff greift zu kurz. Anders als in gewöhnlichen Bars wird hier jedes Gericht mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail zubereitet, sodass selbst die kleinen Häppchen einem vollständigen Menü in nichts nachstehen.
Ursprünglich entstanden Izakaya in der Edo-Zeit als einfache Lokale, die kleine Snacks zu Sake und anderen alkoholischen Getränken servierten. Heute sind sie ein fester Bestandteil der japanischen Ess- und Trinkkultur und oft in Filmen und Serien zu sehen. Hier lässt sich ein lebendiges Stück japanischer Geschichte schmecken.





Sehr authentisches Restaurant, genau wie in Japan.
Man zahlt hier vor allem für den Sake – das Essen ist gut, und ich war nach vier Tapas auch satt. Leider war das Roastbeef nicht zart, die Fleischqualität war eher mäßig. Insgesamt fand ich das Essen zwar in Ordnung, aber nichts, was besonders im Gedächtnis bleibt.
Wie der Name schon sagt, steht in dieser Sake-Bar der Sake im Mittelpunkt – die Auswahl ist groß. Die Tapas hingegen waren – für japanische Küche untypisch – leider durchweg unterdurchschnittlich.
Ich empfehle in diesem Restaurant besonders das Saba-Sashimi. Der Geschmack mit Kombu-Sauce ist originell, und das Fischfleisch ist zart und weich.
Die Tapas-Bar ist echt schön, aber ziemlich teuer. Pro Person sollte man so ungefähr vier Gerichte bestellen, dann ist man nahezu satt.
Ich schätze besonders die Vielfalt und Kreativität ihrer vegetarischen Gerichte!
Tolle vegetarische Auswahl, richtig lecker und schön leicht! So etwas findet man in japanischen Restaurants eher selten.
Alles gut, aber viel zu teuer. Die Gerichte waren zwar lecker, aber jeder Bissen hat gefühlt 10 Euro gekostet (1 g/5 €). Geh hin, wenn du Geld ausgeben und trotzdem hungrig bleiben willst… 🙂
Ein gemütliches Restaurant. Ich habe das frittierte Hühnchen probiert, wirklich hervorragend. Die Ramen hingegen kamen ohne Brühe, eher wie Nudeln mit etwas Soße. So etwas überhaupt Ramen zu nennen, sollte echt verboten sein.
Das Restaurant ist schön, aber wenn man sehr hungrig ist, würde ich dort nicht hingehen. Viele Gerichte sind ziemlich klein.
Ich mag dieses Restaurant wirklich sehr, ein richtig schönes japanisches Lokal hier in Frankfurt am Main. Die Qualität des Essens ist hoch, und das Personal ist freundlich, wie man es fast in jedem japanischen Restaurant erwartet. Die Speisekarte ändert sich oft, sodass man immer wieder etwas Neues und Leckeres entdecken kann. Es gibt sowohl kleine als auch große Gerichte für jeden Geldbeutel und Appetit.
Das Schweinegericht haben wir auch probiert. Es war nicht besonders gut zubereitet, hart und zäh.
Die Auswahl an Sake lässt keine Wünsche offen – von klaren, trockenen bis hin zu fruchtigen, blumigen Sorten ist alles vertreten. Besonders lohnenswert ist das Sake-Tasting-Set, bei dem man drei ausgewählte Varianten probieren kann. Das Personal überzeugt nicht nur durch Freundlichkeit, sondern auch durch fundiertes Wissen und nimmt sich Zeit, die Herkunft und Besonderheiten jedes einzelnen Sake ausführlich zu erklären, ein echtes Erlebnis für Neulinge und Kenner gleichermaßen.
Ein paar Snacks für 50 Euro? Ich weiß schon, wo ich garantiert nicht hingehen werde. Japanische Restaurants in Frankfurt sind einfach total überteuert.