Madrid Teil 3 – Palacio de Real, baskische Spezialitäten und ein Flamenco-Abend

Wenn es um Pracht und Prunk geht, gibt es nur wenige Orte, die dem KÖNIGLICHEN SCHLOSS VON MADRID (PALACIO REAL DE MADRID) das Wasser reichen können.

Der im 18. Jahrhundert auf Geheiß von König Philipp V. errichtete Bau ist mit 3.418 Räumen einer der größten Paläste Europas. Von den unbezahlbaren Meisterwerken Goyas über die atemberaubenden Fresken im Thronsaal bis hin zur kunstvoll erhaltenen königlichen Küche erzählt jeder Winkel dieses Palasts von der glanzvollen Ära der Bourbonen-Dynastie.

Warum den Palacio Real besuchen?

Als drittgrößter Palast Europas – nach Versailles und Schloss Schönbrunn – beeindruckt der Palacio Real in Madrid mit barocker und neoklassizistischer Architektur. Der Bau begann im Jahr 1738 unter König Philipp V. und dauerte 26 Jahre, bis Karl III. ihn vollendete. Heute zählt er zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Madrids.

Ein Palast der Extravaganz

Beim Betreten des Palasts taucht man in eine Welt aus Glanz und Glamour ein. Von den rund 2.600 Räumen sind etwa 50 für Besucher zugänglich. Dort erwarten einen kunstvolle Fresken, prächtige Wandteppiche, filigrane Schnitzereien und opulente Möbelstücke, die die Pracht vergangener Jahrhunderte eindrucksvoll zur Schau stellen.

Zu den Schätzen des Palasts zählen seltene Kunstwerke, historische Artefakte, Uhren, Porzellan und Gemälde – stille Zeugen der Macht und des Reichtums der spanischen Monarchie.

Obwohl der Palast die offizielle Residenz der Königsfamilie ist, wird er heute vor allem für Staatszeremonien und diplomatische Empfänge genutzt. Ein charmantes Detail: Wenn beide Fahnen an der Palastfassade gehisst sind, signalisiert das, dass der König persönlich anwesend ist.

Der Palacio Real – die Highlights im Überblick

Unsere Route führt euch ohne Umwege zu den beeindruckendsten Bereichen des Palasts.

Plaza de la Armería – der prunkvolle Vorplatz des Palastes.

Hauptsaal – hier befindet sich eine Statue von Karl III., dem ersten König, der im Palacio Real residierte.

👏 Prunktreppe – ein barockes Meisterwerk mit dem spanischen Königswappen in der Mitte.

Saal der Hellebardiere – einst Treffpunkt der königlichen Wachen, heute mit Porträts von König Juan Carlos I. und seiner Familie.

👏 Säulensaal – historisch bedeutend: Hier wurden Spaniens Beitritt zur EU (1985) und die Krönung von König Felipe VI. (2014) unterzeichnet.

Empfangszimmer Karls III. – früher Ort täglicher Besprechungen und royaler Festessen; das Deckenfresko zeigt die Siege des römischen Kaisers Trajan.

👏Vorsaal Karls III. – sozialer Treffpunkt der Royals – eine Art königliche Lobby.

👏 Gasparini-Zimmer (Saal Karls III.) – ein Rokoko-Juwel des italienischen Künstlers Gasparini, dessen Fertigstellung 55 Jahre dauerte; die Decke zeigt fantasievolle Figuren, inspiriert von chinesischer Kunst, darunter die Acht Unsterblichen.

👏Porzellanzimmer – vollständig mit handgefertigtem Porzellan aus der Madrider Königlichen Manufaktur verkleidet.

👏 Festsaal – bietet Platz für 130 Gäste; die Stühle des Königspaares sind etwas höher und heben sich dadurch von den übrigen Sitzplätzen ab

Dessertzimmer – zeigt eine Dessertvitrine aus dem 18. Jahrhundert.

Silbersaal – beherbergt die luxuriöse Silberkollektion der Monarchie.

Glas- & Keramikzimmer – präsentiert Glaswaren aus Madrid sowie importiertes Porzellan aus der Qing-Dynastie in China.

Palastgalerie – elegant gestalteter Flur mit wertvollen Exponaten.

👏 Königliche Kapelle – Ort religiöser Zeremonien; besonders beeindruckend ist das Fresko „Krönung der Jungfrau“.

👏 Stradivari-Zimmer – hier sind fünf seltene Geigen des legendären Meisters Stradivari ausgestellt.

👏 Saal der königlichen Insignien – Krone, Zepter, Thron Karls III. und den Orden vom Goldenen Vlies, eine der höchsten Auszeichnungen der spanischen Monarchie.

👏 Thronsaal – das Herzstück des Palastes, wo Audienzen, Empfänge und offizielle Zeremonien der Monarchie stattfinden.

Königliche Waffenkammer (Zugang über die Plaza de la Armería) – eine beeindruckende Sammlung mittelalterlicher Rüstungen und Waffen.

Tipps für euren Besuch

  • 🎫 Tickets: Der Eintritt kostet 14 €, ermäßigt 7 €. EU-Bürger erhalten von Montag bis Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr freien Eintritt, müssen dann allerdings mit längeren Warteschlangen rechnen.
  • 📱 Audioguide: Lade dir am besten schon vor dem Besuch die App „Palacio Real Audio Guide“ herunter, um vor Ort keine Zeit zu verlieren.
  • 🕒 Zeit einplanen: Plane für den Rundgang etwa 2–3 Stunden ein – oder gleich einen halben Tag, wenn du tiefer in die Geschichte des Palasts eintauchen möchtest.
  • 🌟 Direkt neben dem Palast befindet sich die Almudena-Kathedrale. Von ihrer Kuppel aus genießt du einen atemberaubenden Blick über ganz Madrid

ALMUDENA KATHEDRALE

Standing beside the Royal Palace, Almudena Cathedral (Catedral de la Almudena) is a stunning mix of neo-Gothic, neo-Romanesque, and contemporary architectural styles. Unlike Europe’s ancient Gothic cathedrals, this one is surprisingly modern—construction began in 1879 but wasn’t completed until 1993!

Panorama von der Terrasse neben der Kathedrale

Warum sich ein Besuch lohnt

Einzigartiger Architekturmix – Spannende Kombination aus neugotischen, neuromanischen und modernen Stilelementen
Beeindruckendes Innenleben – Farbiges Kirchenschiff mit markantem, zeitgenössischem Deckengemälde
Aussicht von der Kuppel – Für 7 € gelangt ihr auf die Kuppel und genießt einen der schönsten Blicke über Madrid – mit dem Königspalast im Hintergrund. Besonders zum Sonnenuntergang einfach magisch ✨
Königliche Geschichte – Hier gaben sich König Felipe VI. und Königin Letizia 2004 das Jawort

Tipps für euren Besuch

📍 Lage: Calle de Bailén 10 (direkt neben dem Königspalast)
⏰ Öffnungszeiten: Täglich 10–20:30 Uhr (Museum und Kuppel schließen etwas früher)
🎫 Eintritt: Hauptkirche kostenlos, Museum & Kuppel 7 €
🚇 Metro: Ópera (Linien 2, 5 und Ramal)


ENTDECKE DIE KULINARISCHE SZENE MADRIDS

Wer in Madrid gut essen möchte, hat die Qual der Wahl: Ob in einem der lebendigen Food-Märkte, wie dem berühmten Mercado de San Miguel, oder in einem der zahlreichen charmanten Restaurants – die Möglichkeiten sind endlos.

Nur sieben Gehminuten vom Palacio Real entfernt, entschieden wir uns für das El Pimiento Verde. Das Restaurant ist für seine baskische Küche bekannt. Hier treffen die feinen Aromen Nordspaniens auf die herzhafte Küche Madrids – eine köstliche Kombination.

🥄Ein warmer Willkommensgruß des Hauses

Bevor die ersten Gänge serviert werden, begrüßt das Team die Gäste mit einem kleinen Gruß aus der Küche: einer warmen, herzhaft-salzigen Bouillon in leuchtendem Orange – vermutlich ein spanischer Caldo. Ein wunderbar wohltuender Auftakt für den Gaumen.

🍴Weißer Spargel mit Miesmuscheln in „Brione“-Mayonnaise

Die Vorspeise wirkt leicht und frisch und fängt die Leichtigkeit des Frühlings ein. Der gekühlte weiße Spargel ist saftig, zart und mild im Geschmack, ohne jede Bitterkeit, mit einer dezenten, buttrigen Süße.

Gekrönt wird er von frischem Koriander und zarten Miesmuscheln, die von einer cremigen, aromatisch-würzigen „Brione“-Mayonnaise umhüllt sind.

„Brione“ ist außerhalb Spaniens kaum bekannt – vermutlich handelt es sich um eine baskische Sauce, die an eine leichtere, cremigere Variante der Salsa Brava erinnert, mit feiner Säure und kräuteriger Tiefe. Die Kombination aus Meer und Garten, Muscheln und Spargel, ist harmonisch, ausgewogen und typisch für die baskische Küste.

🌮 Wraps mit in baskischem Cidre gereifter Wurst (2 Stück)

Zwei baskische Wraps, vermutlich aus Mais-Tortillas, umhüllen rauchige Wurst, die zuvor in Cidre mariniert wurde – eine Spezialität aus Nordspanien. Der frische, spritzige Cidre macht das Fleisch besonders zart und verleiht ihm eine feine, fruchtig-säuerliche Note.

Beim Grillen oder Anbraten entwickelt die Wurst ein leicht rauchiges Aroma, das durch eine sanfte Schärfe und einen intensiven Fleischgeschmack ergänzt wird.

Abgerundet wird das Ganze durch schmelzenden Weißkäse, der dem Wrap eine reichhaltige, umamiartige Tiefe verleiht, ohne ihn schwer wirken zu lassen.

🍖 Hausgemachte Fleischbällchen mit Foie Gras & Palo Cortado

Eine köstliche Verbindung von Rustikalität und Raffinesse. Saftige Schweinefleischbällchen umschließen einen zarten Kern aus Foie Gras und werden in einer Sauce aus Palo-Cortado-Sherry serviert. Geschmacklich liegt er irgendwo zwischen einem nussigen Amontillado und einem kräftigen Oloroso. Trocken, komplex und vollmundig verleiht er dem Gericht eine intensive, salzig-süße Umami-Note.

Während die Küsten Spaniens für ihre Meeresfrüchte berühmt sind, setzt man im Landesinneren, wie in Madrid, traditionell auf langsam gegarte Fleischgerichte wie Callos oder Cocido. Fleischbällchen sind ein Klassiker und diese Variante mit Foie Gras und edlem Sherry ist eine luxuriöse, moderne Interpretation dieser Tradition.

🐟 Baskischer Dorsch aus nachhaltigem Fang in grüner Sauce

Ein Klassiker der baskischen Küche, „Merluza en salsa verde“, besticht durch Schlichtheit und Eleganz. Der Dorsch wird nachhaltig mit der Angel gefangen, wodurch er besonders frisch und zart wird.

Die grüne Sauce (Salsa Verde) aus Petersilie, Knoblauch und Weißwein wird leicht mit etwas Mehl gebunden. Sie stammt aus Nordspanien und steht für puren Frischegenuss – nie zu dominant, sodass die Kräuter voll zur Geltung kommen.

Der Fisch zerfällt auf der Zunge wie Butter, und seine milde Meeres-Süße wird perfekt von der Kräuterfrische der Sauce ergänzt. Dazu werden saftige, leicht süße Bohnen serviert – ein ausgewogenes und wohltuendes Gericht.


DIE LEIDENSCHAFT DES FLAMENCO

Nach den Aromen der spanischen Küche folgt ein weiteres Erlebnis, das in Madrid einfach dazugehört: ein authentischer Flamenco-Abend – voller Energie, Emotion und Leidenschaft. Diese Kunstform gehört zu den berühmtesten Traditionen Spaniens.

Das glühende Zusammenspiel von Gitarre, Gesang und Tanz reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als Roma-Gemeinschaften aus Indien nach Spanien kamen. Im Laufe der Zeit verschmolzen ihre lebhaften musikalischen Traditionen mit der andalusischen Volkskultur – und daraus entstand das mitreißende Spektakel, das wir heute als Flamenco kennen.

Mehr als nur ein Tanz

Flamenco ist weit mehr als nur ein Tanz. Er ist gelebter Trotz, purer Stolz und eine kraftvolle Ausdrucksform. Mit messerscharfem Fußspiel (Zapateado), hypnotischen Handgesten (Floreo) und donnerndem Klatschen (Palmas) verkörpern die Tänzerinnen und Tänzer eine stolze, beinah majestätische Haltung. Es scheint, als versuchten sie mit ihrer Mimik, die ganze Kraft ihrer Kultur heraufzubeschwören.

Und die Musik trägt alles:

  • Gitarren spinnen kunstvolle Melodien,
  • Sängerinnen und Sänger klagen mit herzzerreißender Inbrunst (Duende),
  • die stampfenden Schritte der Tänzer verschmelzen mit dem Rhythmus zu einem treibenden Pulsschlag.

Alles gipfelt in einem kathartischen Höhepunkt – ein emotionaler Ritt voller Spannung, Intensität und Leidenschaft, der schließlich in einem befreienden Moment endet.

Unser Flamenco-Abend

Wir haben uns für das mittelgroße Flamenco-Theater „Emociones“ in Madrid entschieden, das sich ideal dafür eignet, die Vorstellung intensiv zu erleben. Anders als in Tablaos (Flamenco-Bars) oder riesigen Konzertsälen sitzt hier wirklich jeder nah am Geschehen, ohne dass es zu eng wird. Es gibt keine schlechten Plätze, sondern nur unverfälschte Leidenschaft.

Die etwa einstündige Show (🎬) zeigt die gesamte Bandbreite des Flamencos: vom melancholischen Cante Jondo (tiefer Gesang) bis zu den explosiven Alegrías (fröhliche Rhythmen).

Praktische Tipps

📍 Adresse: Calle del Pez 10, 28004 Madrid (nahe der Gran Vía)
Dauer: ca. 1 Stunde (am besten 30 Minuten vorher da sein)
🎟 Tickets: Online über GetYourGuide buchen. Tipp: Plätze in der mittleren Preiskategorie bieten oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.


Wenn die letzten Flamenco-Noten verklungen sind, neigt sich ein Tag voller königlicher Pracht, kulinarischer Highlights und mitreißender Rhythmen dem Ende zu. Beim nächsten Mal zieht es uns zu den zeitlosen Meisterwerken im Prado-Museum. Wir schlendern durch das grüne Refugium des Retiro-Parks und lassen den Abend im Barrio de las Letras ausklingen, wo charmante Tavernen und angesagte Tapas-Bars zum Verweilen einladen. Hasta la próxima!

27 Kommentare zu „Madrid Teil 3 – Palacio de Real, baskische Spezialitäten und ein Flamenco-Abend“

  1. Ein Flamenco-Auftritt in Madrid zu sehen war ehrlich gesagt eines der unvergesslichsten kulturellen Erlebnisse meiner Reise. Flamenco ist unglaublich emotional und ausdrucksstark, und die Tänzer mit so viel Intensität und Leidenschaft zu beobachten, hat mir wirklich Gänsehaut verschafft – jeder Stampfer, jeder Klatscher und jede Drehung fühlte sich an, als würde direkt vor meinen Augen eine Geschichte erzählt.
    Ich war in einem der klassischen Tablaos, kleinen Flamenco-Lokalen, wo die Atmosphäre auch sehr intim war und man die Energie zwischen den Künstlern und dem Publikum spüren konnte. Die Live-Gitarre, der Gesang und der Tanz verschmolzen so harmonisch, dass es sich nicht wie eine inszenierte Show anfühlte, sondern wie eine lebendige Tradition.

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