Málà Xiāngguō & Malatang: Feuriger Sichuan-Wok mitten in München

Das Restaurant, das wir euch heute vorstellen möchten, heißt „麻辣煮義“ (Malazhuyi) und ist so etwas wie ein Tor zum feurigen Sichuan – und das mitten in München. Schon der Name ist ein gelungenes Wortspiel: Er spielt gleichermaßen auf die „scharfe Art des Kochens“ (zhǔ yì, 煮义) und auf „feurige Ideen oder Konzepte“ (zhǔ yì, 主意) an.

Während viele Sichuan-Restaurants in München Málàtáng anbieten, bei dem man Zutaten nach Wahl in einer würzigen Brühe garen lässt, ist echtes Málà Xiāngguō (麻辣香锅) deutlich seltener zu finden. Genau hier liegt die eigentliche Spezialität von Malazhuyi: der elektrisierende, im Wok gebratene und trocken servierte Sichuan-Topf – intensiv, betäubend scharf und voller Tiefe.

Im Kern ist es ein Sichuan-Wokgericht mit Zutaten nach Wahl: knackiges Gemüse, zartes Fleisch und salzig-frische Meeresfrüchte. Alles wird bei hoher Hitze im Wok geschwenkt, zusammen mit Sichuanpfeffer, getrockneten Chilis, aromatischen Gewürzen und fermentierter Bohnenpaste. Trotz der Hitze bewahrt jede Zutat ihren eigenen Charakter und ist zugleich von der unverwechselbaren Málà-Würze aus betäubendem Sichuanpfeffer und Chili durchzogen.

Restaurantprofil

🏷️ Name des Restaurants: Malatang (麻辣煮義)
📍 Adresse: Poccistraße 2, 80336 München
🍜 Küche: Chinesisch – Malatang, Mala Xiangguo (麻辣香锅), Wokgerichte, Reis- und Nudelgerichte, Curry u. a.
💰 Preis: ca. 15–25 € pro Person (inkl. Getränke und Trinkgeld)

Das Prinzip ist einfach und macht Spaß: Man nimmt sich eine Schüssel und stellt sich aus der üppigen Auswahl an Zutaten sein eigenes Gericht zusammen. Zur Auswahl stehen unter anderem Fleisch, Gemüse, Tofu, Meeresfrüchte, Innereien, Bambus und Nudeln. Anschließend lässt man das Ganze wiegen und bezahlt dann entsprechend dem Gewicht. Danach wählt man den gewünschten Schärfegrad. Eine Warnung vorweg: Die originale Sichuan-Schärfe ist nichts für Zartbesaitete.


Zeit für den Praxistest. So schlägt sich das Málà Xiāngguō.

Die Auswahl ist beeindruckend: z.B. saftiges Hähnchen- und Rindfleisch, bissfester Oktopus, riesige Miesmuscheln – und für mutige Feinschmecker knusprige Kutteln oder Froschschenkel. Die Gemüsetheke gleicht einem Meer aus Farben. Es gibt unter anderem knackige Lotuswurzel, erdige Pilze, frische Bambussprossen sowie Blattgemüse wie Pak Choi und Tonghao.

Durch das Garen bei extremer Hitze bleiben die Säfte erhalten, es entsteht ein leicht rauchiges Aroma und die Sauce haftet an jeder Zutat, ohne dass alles matschig wird. Die Qualität der Zubereitung schmeckt man sofort: Die Lotuswurzeln sind knackig und das Rind- und Hühnchenfleisch erstaunlich zart. Der Tofu hat eine goldene, knusprige Hülle und saugt die Sauce wie ein Schwamm auf. Das Gemüse bleibt saftig, Bacon bringt rauchige Tiefe und die Froschschenkel haben knusprige Ränder.

Das Ergebnis ist würzig, herzhaft und tief aromatisch, getragen von der salzigen Doubanjiang-Paste. Dabei handelt es sich um eine fermentierte Chili-Bohnenpaste mit ausgeprägtem Umami-Geschmack. Hinzu kommen Knoblauch, Ingwer, Chili und Gewürze.

⭐Profi-Tipps:

  • Schärfe: Es gibt vier Stufen – leicht, mittel, höllisch scharf und die berüchtigte, authentische „Sichuan-Schärfe“. Und damit ist nicht zu spaßen: Die Lippen kribbeln, die Augen tränen, und ein prickelndes, betäubendes Gefühl breitet sich im Mund aus. Höllisch scharf – und trotzdem auf eine seltsame Weise süchtig machend.
  • Blattgemüse: Vorsicht bei Tonghao & Co.! Im Wok saugen sie die Gewürze wie ein Schwamm auf. Wenn ihr viel davon bestellt habt, solltet ihr also ggf. etwas Zurückhaltung bei der Schärfe walten lassen.
  • Behalte den Sichuan-Pfeffer im Blick: Das Gericht ist großzügig mit ganzen Sichuan-Pfefferkörnern gespickt. Sie sorgen für das charakteristische prickelnde, betäubende Gefühl auf Lippen und Zunge. Viele Gäste sortieren sie vor dem Essen heraus – eine ziemlich mühsame Arbeit. Wer möchte, kann beim Bestellen nach einer reduzierten Menge an Pfefferkörnern fragen.

Der Feuerlöscher: das YeShu-Kokosnussgetränk

Ein unverzichtbarer Begleiter:

süß, cremig, leicht nussig und fast milchig. Perfekt, um die Schärfe zu mildern.

Wir haben tatsächlich einige Dosen davon gebraucht – anscheinend wurde es mit der Schärfe vielleicht ein kleines bisschen übertrieben. 😉


Auch wenn das Málà Xiāngguō die Spezialität des Hauses ist, kann das Málàtáng überzeugen. Es ist ideal für alle, die die gleichen Aromen lieber in einer Suppe genießen möchten. Reis und Krabbenchips gibt es kostenlos dazu. Auf der Speisekarte findet man außerdem einige andere vielversprechende Wokgerichte.

Der Service ist freundlich und aufmerksam und das Restaurant ist meist gut besucht. Eine Reservierung im Voraus ist daher dringend zu empfehlen.

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